Volkstrauertag in Zimmern

Nachdenken über das Vergangene

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Am Soldatenfriedhof bei Klein-Zimmern wurden am Volkstrauertag Kränze im Namen des Landkreises, der Gemeinde und der Reservistenkameradschaft Dieburg Land niedergelegt. (Bild vergrößern)

GROß-Zimmern - In Erinnerung an die zahlreichen Kriegsopfer fanden am gestrigen Volkstrauertag auch in Groß- und Klein-Zimmern Gedenkfeiern statt. Dabei stellte Landrat Klaus Peter Schellhaas auch Bezug zu aktuellen Ereignissen her. Von Ulrike Bernauer

„Vor wenigen Tagen bin ich gefragt worden, warum die zentrale Veranstaltung zum Volkstrauertag gerade in Klein-Zimmern so wichtig sei“, sagte Landrat Klaus Peter Schellhaas gestern bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Klein-Zimmerner Soldatenfriedhof. Dort sind 435 russische Kriegsgefangene bestattet, die durch Misshandlung oder durch die Umstände in Lagern der Umgebung gestorben sind.

Die drei Albert-Schweitzer-Schüler Regina Aschenbrenner, Tom Opel und Marvin Moss verlasen Gedichte anlässlich des Volkstrauertages. - Fotos: Bernauer

„Wir trauern nicht nur um die Toten unseres Volkes, sondern auch um die Toten in ganz Europa. Nur indem wir die Erinnerung wach halten, können wir Brücken schlagen“, sagte Schellhaas weiter. Mit ihm hatten sich zahlreiche Vertreter des Landkreises und der Gemeinde sowie Reservisten des Dieburger Landes auf dem Soldatenfriedhof versammelt, um am bundesweiten Volkstrauertag der Opfer von Krieg, Gewalt, Terror und Vertreibung zu gedenken.

Der Landrat erinnerte auch an aktuelle Ereignisse. „Zivilcourage können wir auch hier zeigen, wenn wir uns rechtem Gedankengut entgegenstellen.“ Schellhaas bezog sich auf Stolpersteine, die kurz nach ihrer Verlegung wieder heraus gerissen worden waren. Zudem forderte der Landrat dazu auf, Flüchtlingen nicht mit Hass, sondern mit Gastfreundschaft zu begegnen. In Groß-Zimmern fand die Gedenkfeier in der Trauerhalle des Friedhofs statt. Bürgermeister Achim Grimm betonte, dass nur Erinnerung an vergangene Schrecken, Gelegenheit biete, über Vergangenes nachzudenken und damit den Blick für die Gegenwart und die Zukunft zu öffnen. Der evangelische Pfarrer Michael Fornoff sprach von einer Verpflichtung, für den Frieden zu arbeiten.

Mit Regina Aschenbrenner, Tom Opel und Marvin Moos trugen drei Zehntklässler der Albert-Schweitzer-Schule jeweils ein Gedicht vor. Musikalisch wurde die Gedenkveranstaltung in Groß-Zimmern vom evangelischen Kirchenchor und dem evangelischen Posaunenchor untermalt. In Klein-Zimmern gab der katholische Kirchenmusikverein den entsprechenden würdigen Rahmen.

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