Nachhilfe in der Baumallee

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Eine Silberweide betrachtet Förster Martin Starke kritisch. Sie ist Bestandteil einer neu angelegten Baumallee, in der alle Bäume des Jahres vertreten sein sollen.

Groß-Zimmern (bea) - Imposant sieht sie noch nicht aus, die Rosskastanie am Forstgarten. Das ist allerdings auch kein Wunder, sie wurde erst in diesem Jahr gepflanzt. Sie hat immerhin schöne große Blätter ausgetrieben und sieht zwar nicht üppig, aber gesund aus.

Da geht es ihr besser als der Stieleiche, einige Meter weiter, die hat es in diesem trockenen Frühjahr nicht geschafft, anzuwachsen.

Förster Martin Starke hat sich mit diesen beiden und etlichen anderen Bäumen einen lange gehegten Wunsch erfüllt. Weil viele Menschen die einzelnen Baumarten nicht mehr unterscheiden können, hat er ihnen jetzt mit einer Baumallee die Möglichkeit einer attraktiven Nachhilfe in Dendrologie, der Baumkunde verschafft.

Die Bäume des Jahres - seit 1989 wird genauso wie ein Vogel auch ein Baum des Jahres gekürt - will Förster Starke noch pflanzen oder hat sie größtenteils schon gepflanzt. „Das Projekt treibt mich schon ein paar Jahre um“, sagt Starke, „bis jetzt fehlte jedoch ein geeigneter Platz“. An der Kreuzung Viehtrieb – Forstgarten hat am 28. Februar Sturm Cynthia bös zugeschlagen und einem Fichtenbestand den Garaus gemacht.

Das war bedauerlich, gab dem Förster aber die Möglichkeit, die Idee einer Baumallee zu verwirklichen. Auf dem Kahlstück wachsen inzwischen kleine Eichen und Hainbuchen, davor wächst die Baumallee. Den Speierling, Baum des Jahres 1993, hat Starke gesetzt, aber auch die Berg-Ulme (1991), die Wild-Birne (1997) oder die Weiß-Tanne (2004).

Die Stieleiche war leider nicht der einzige Baum, der das trockene Frühjahr nicht überstanden hat und das obwohl die beiden Bauhofmitarbeiter Peter Göbel und Karl-Heinz Knöll in den trockensten Zeiten zweimal die Woche in den Wald fuhren, um die frisch gepflanzten Bäume zu wässern. Aber etliche haben auch Wurzeln geschlagen, so wie die Silberweide (1999), die Hainbuche (1996) oder der Gingko, der sogar Baum des Jahrtausends war.

Damit auch Laien die Bäume tatsächlich richtig bestimmen und zuordnen können, haben alle Arten ein Schild auf stabilem Pfahl mitbekommen, auf dem nicht nur der deutsche, sondern auch der botanische Name des Baumes verzeichnet ist.

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