Stefan Fröhlichim (SPD) - mit 45 Jahren einer der Dienstältesten

Natur, Umwelt und Kultur

Wichtigstes Organ Groß-Zimmerns ist die Gemeindevertretung. Hier werden Planungen für die Entwicklung der Gemeinde diskutiert und Beschlüsse zu deren Umsetzung gefasst. Wer sind die 37 Gemeindevertreter? Der LA stellt die Kommunalpolitiker in lockerer Folge vor.

Groß-Zimmern - „Hier bin ich daheim“, sagt Stefan Fröhlich über seine Partei. „Die SPD ist die Partei des kleinen Mannes. “. Von Ulrike Bernauer

Fröhlich zählt aktuell zu den dienstältesten Gemeindevertretern. Seit fast 20 Jahren ist er in der Gemeindevertretung, obwohl er mit 45 Jahren relativ jung ist. Er ist in Groß-Zimmern stark verwurzelt. Sein erster Beruf war Maurer. Bald schnell hat er dann das Fachabitur gemacht und das Grundstudium als Bauingenieur absolviert, bevor er schließlich Bankkaufmann lernte, den Beruf, den er bis vor zwei Wochen ausübte. Seit Kurzem ist Fröhlich in Elternzeit, Ehefrau Vera (ebenfalls 45), von Beruf Personalreferentin, hatte die Chance auf einen beruflichen Aufstieg und hat diesen nach ihrer Elternzeit genutzt.

So muss sich Fröhlich nun an eine ganz neue Rolle gewöhnen. Er sorgt für Tochter Helene (2,5 Jahre), die den Kindergarten Hörnertweg besucht, und Sohn Tristan (9 Monate), der seine Eltern gerade zurzeit auch nachts auf Trab hält, weil er Zähne bekommt.

Der Kommunalpolitiker findet sein neues Dasein zwar ein etwas stressig, „aber es ist auch eine Wahnsinns-Chance, mehr von meinen Kindern mit zu bekommen“, sagt er.

Hobbys hat Fröhlich trotz seines ausgefüllten Lebens einige. Er ist aktives Mitglied im Kleintierzüchterverein, vor zwei Jahren wurde er mit seinen Kaninchen Vereinsmeister. Bereits mit 16 Jahren machte er seinen Jagdschein, folglich hat er auch einen Hund, den Irish-Setter Protos. Er ist Mitglied im Anglerverein, „das übe ich im Moment aber nicht aktiv aus.“ Zur Jagd kommt er nicht mehr so häufig wie früher, aber alle 14 Tage geht er schon mal ins Zimmerner Feld, wo er Jagdpächter ist.

Wie es sich für einen Ur-Zimmerner gehört war er auch Kerbvadder, im Jahr 1986. 2011 feierte sein Jahrgang das Silberne Jubiläum.

Fröhlich liest viel, genauso wie seine Frau, sie tauschen gerne auch mal ihre Lektüre aus. Der Naturschutz hängt ihm besonders am Herzen, deshalb setzt er sich auch außerhalb der Politik für dessen Belange ein, er ist Rechner bei der Ortsgruppe des Naturschutzbundes NABU.

Zur Politik kam Fröhlich durch die Jugendzentrums-Bewegung. Da die SPD damals die Forderungen der Jugendlichen unterstützte, schloss sich Fröhlich dann 1989 im Alter von 23 Jahren den Groß-Zimmerner Sozialdemokraten an.

Zeitweilig war er auch der Juso-Vorsitzende in der Gersprenz-Gemeinde. Früher saß er im Planungs- und Umweltausschuss, seit neuestem ist er Mitglied des Sozial-, Sport- und Kulturausschusses. „Ich habe gewechselt, weil ich mich in dieser Legislaturperiode mehr der Kultur widmen will.“

Fröhlich begrüßt die Erhöhung der Kindergartengebühren und die Erweiterung der Öffnungszeiten. Er geht aber auch davon aus, dass sich im Bereich der Betreuung der jüngsten Gemeindemitglieder auch in Zukunft noch einiges verändern wird.

„Das neue Baugebiet an der alten Ziegelei wird auch einen Zuzug von Kindern mit sich bringen. Das Thema bleibt spannend und wird nicht so bald zu Ende sein.“

Das zweite Thema, das ihm besonders unter den Nägeln brennt, ist der Natur- und Umweltschutz. Fröhlich beklagt, dass in Zimmerns Gemarkung die Brachflächen immer mehr verschwinden und damit auch viele Tiere. „Der Kiebitz und die Wasseramsel kommen in Groß-Zimmern nicht mehr vor, stark gefährdet sind Wachteln und Rebhühner,  die Artenvielfalt nimmt insgesamt ab.“

Der Politiker will sich dafür einsetzen, dass Natur- und Umweltschutz in der Gersprenzgemeinde eine höhere Priorität erhalten. Allerdings hält er nicht viel von propagandistischen Einzelmaßnahmen. Er fordert, dass sich die Politiker nicht nur stärker einsetzen, sondern vor allen Dingen auch mit gesellschaftlichen Gruppen, wie den Anglern, dem NABU oder den Landwirten ins Gespräch kommen.

Fröhlich kritisiert das Vorgehen beim Baugebiet der alten Ziegelei. „Es gab keine Umweltverträglichkeitsstudie und die wenigen Maßnahmen, die beschlossen wurden, wie die Erhaltung der Brachflächen oder der Bau eines Zaunes, wurden nicht wirklich umgesetzt.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare