Neubau für Betreuung der Unter-Dreijährigen

Groß-Zimmern (guf) - Während in anderen Gemeinden immer weniger Kinder zur Welt kommen, steigt die Zahl in Groß-Zimmern kontinuierlich. Das liegt nicht nur an der Geburtenrate, besonders wegen des regen Zu- und Wegzugs sind die Kleinen nur schwer berechenbar.

Im Dezember hat die Gemeindevertretung beschlossen, die Betreuungsmöglichkeiten für Unter-Dreijährige (U 3) prüfen zu lassen. Im Frühjahr standen in den vier Gemeindekindergärten, zwei Konfessionellen, bei den „Kinderfrei(t)räumen“ und dem Tagesmütterhaus insgesamt 24 U 3-Plätze zur Verfügung. Zudem wurden 17 Kleine von vier Tagesmüttern betreut.

Laut Statistik gibt es 266 Kinder, die nach der U 3-Regelung ab 2013 Anspruch auf einen Platz hätten. Man geht zwar davon aus, dass nur rund 35 Prozent der Eltern dies auch nutzen, aber „wo Angebote bestehen, steigt die Nachfrage“, berichtet Kreisjugendpfleger Otto Weber.

In Zimmern besteht also dringender Handlungsbedarf. Bei den genannten Zahlen wird ein Neubau erforderlich sein, dieser Meinung ist nicht nur Bürgermeister Achim Grimm. Egal, ob die Gemeinde selber baut oder ein Freier Träger, die Kinderbetreuung wird eine teure Sache. Vorzugsweise werden derzeit als Standorte der Festplatz oder die Alte Ziegelei genannt. Für das kommende Kindergartenjahr werden zunächst für den Ü 3-Bereich Container im Wichernweg und in Klein-Zimmern notwendig (wir haben berichtet).

Auch der Landkreis steht in der Pflicht

Diese Investitionskosten sowie die entsprechenden 1,75 Erzieherstellen (allein rund 23 000 Euro) müssten im Nachtrag 2011 und für die Folgehaushalte beschlossen werden. Das soll auf die Tagesordnung der ersten Parlamentssitzung nach der Sommerpause, ebenso wie die Kosten für die U 3-Betreuung.

Für den Bau einer viergruppigen Krippe, die 40 Kindern Platz bietet, müssten nach dem Beispiel in Münster rund 1,4 Millionen Euro gerechnet werden. Das Land beteiligt sich pro Kind mit 15. 000, demnach müsste die Gemeinde selber noch 800 .000 Euro aufbringen, hinzu kommen rund 350. 000 Euro Personalkosten jährlich für die notwendigen neun Stellen. Eine Kreditaufnahme hält Grimm für unumgänglich. Der Kreis wird dem wohl zustimmen, da ein Rechtsanspruch besteht und er ebenfalls in der Pflicht steht.

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