Neujahrsempfang in Groß-Zimmern

Neue Ideen für 2018

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Auf Tour für das Gute: Früh erschienen diesmal die Sternsinger auf dem Neujahrsempfang des Groß-Zimmerner Kerbvereins.

Groß-Zimmern - Mit guten Wünschen fängt man das Jahr am besten an. Deshalb durften beim Neujahrsempfang des Kerbvereins auch die Sternsinger nicht fehlen. Daneben wurde gestern Vormittag im Glöckelchen auch über Ideen für 2018 sinniert. Von Sebastian Richter 

 Ganz entspannt steht Thomas Beutel an der Treppe zum Keller des Kerbvereins hinter dem „Glöckelchen“ und plaudert. Die Ikone der Groß-Zimmerner Kerb wirkt sehr entspannt und bestätigt dies auch: „Ich bin ja nicht mehr Präsident und muss dieses Jahr auch keine Rede halten.“ Die Ansprache zum Neujahrsempfang des Kerbvereins ist jetzt Aufgabe seines Nachfolgers und eine Premiere für Marc Pullmann. Später zeigt sich: Er meistert diese Herausforderung souverän.

Es ist Sonntagvormittag und „die Kersch grad erst aus“, wie Beutel sagt. Es ist kein Besucherstrom, der in den Keller drängt, eher ein Getröpfel – was zweifellos auch an den noch andauernden Ferien liegt. Groß-Zimmerns Bürgermeister Achim Grimm, der ebenfalls mit ein wenig Verspätung eintröpfelt, weiß jedenfalls zu berichten, dass es in früheren Jahren meist „proppevoll“ gewesen sei beim ersten gesellschaftlichen Ereignis der Gersprenzgemeinde im neuen Jahr. Heuer hingegen wird mit rund 50 Besuchern, die sich im Gewölbe keineswegs drängen müssen, gerechnet. Heimvorteil für die Anwesenden, sie müssen das riesige, von „Kellerengel“ Uli Ripka und seinem Team angerichtete Büfett nicht mit anderen teilen.

Es ist zwar Brauch, aber trotzdem drängen eher überraschend die Sternsinger in den Keller. Weihrauch wabert durch den Raum, ein Lied erklingt, und dann ist die Rede von gleichen Chancen für alle Kinder auf der Welt. Auf einer Tür des Kellers steht jetzt „C+M+B“, die Abkürzung für „Christus mansionem benedicat (Gott segne dieses Haus)“, dann werden Spenden gesammelt, und es landen stattliche Geldscheine in der Dose.

Nun ist es Zeit für Mark Pullmanns Jungfernrede. Er listet in seiner Begrüßung nicht die gesamte versammelte Prominenz auf, sondern lediglich Bürgermeister Grimm, Heinz Held als den Ehrenvorsitzende des Kerbvereins – und eine kleine Delegation der Dieburger Narren: Karlheinz Braun, Wolfgang Dörr, den neuen Vorsitzenden Günter Hüttig – und Heinz Modrei, der als Dieburger auch Trommler der Zimmerner Kerb Dixie Stompers und damit ein personifizierter Brückenschlag zwischen den spielerisch verfeindeten Narren- und Kerb-Hochburgen ist.

Pullmann erinnert an seine inzwischen eigenen 20 Jahre im Verein, der die Menschen nicht nur für den Erhalt der Kirchweih-Tradition zu begeistern, sondern auch generationenübergreifend zu verbinden suche. Es gebe im Verein zwar gelegentlich auch unterschiedliche Meinungen, es zähle aber Kompromissbereitschaft, um „gemeinsam etwas aufzubauen“.

Zwei Themen schneidet Pullmann an: den Brunnen mit dem Kerbmonument, der auf dem Festplatz neben dem Rathaus bereits Konturen annimmt und im Frühjahr eingeweiht werden soll, und die geplante Einführung einer vereinseigenen Kinder- und Jugendabteilung. Im Kontext des Brunnes begrüßt er Künstler Hermann Jusef Klober, im Ausblick auf die Kinder- und Jugendabteilung hat er bereits den zweijährigen Paul als jüngstes Vereinsmitglied begrüßt.

Mit Blick auf Bürgermeister Grimm endet Pullmann mit einem Appell. In den Vereinen, die das Glöckelchen nutzen, gebe es zwar Verständnis für die Notwendigkeit einer Rathaus-Sanierung, aber man solle das „Herzstück unserer Gemeinde“ nicht zum Ausweich-Quartier machen.

Grimm berichtet von Kontakten zum neuen Eigentümer einer Gewerbeimmobilie in Groß-Zimmern. Allerdings habe sich die Eigentumsübertragung verzögert, und man sei mit den Sondierungen noch nicht sehr weit. Er sei optimistisch, dass sich da eine Alternative zur Nutzung des Glöckelchens abzeichne.

Die Sanierung des Rathauses die eines der großen Projekte für das gerade begonnene Jahr. Da sei natürlich auch der Kerbbrunnen, und außerdem plane man den Neubau einer Kita in Klein-Zimmern, mit Raum für drei Ü-3- und zwei U-3-Guppen. Man verzeichne nämlich in Zimmern viel Nachwuchs, sicher auch für den Kerbverein.

„Weil ich vermutlich als letzter zwischen Ihnen und dem Büfett stehe“, fasst sich der KVD-Vorsitzende Günter Hüttig kurz und verspricht, dass es bei den Fastnachts-Sitzungen in Dieburg („Es gibt noch Karten!“) auch Amüsantes zur Beziehung der beiden Nachbargemeinden zu erleben gibt.

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