Neuer Lauf des Wassers

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Am Brüten sind auch die jungen Störche in ihrem Nest „Marke Eigenbau“ an der Gersprenz. Einer hält Wache, während der andere den Eiern die nötige Wärme gibt.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Etwas weniger Angler als üblich brachen am Sonntag zum jährlichen Grenzgang auf. Geschuldet war dies dem Nieselwetter am Morgen. Dabei gab es einiges zu sehen, sehr viel mehr als in früheren Jahren.

Die Renaturierungsmaßnahmen an der Gersprenz nahmen die Angler in Augenschein und da gab es in der Tat sehr viel zu sehen. Altarme wurden in die Gersprenz eingebaut, an manchen Stellen wurde der Bach gar in ein ganz anderes Bett verlegt. Totholz wurde an vielen Orten im Bachbeet eingegraben und Flächen, an denen sich die Gersprenz bei Hochwasser ausbreiten kann, wurden eingebaut.

Staunend nahmen die Angler die Maßnahme zur Kenntnis, bei der auf einer Gesamtlänge von knapp 1500 Metern die gewaltige Menge von 32.000 Kubikmetern Erde bewegt wurde. Gestaunt haben die Naturfreunde auch über die Gesamtkosten von 740.000 Euro, wie es auf dem Bauschild zu lesen ist.

Wo wird sich welcher Fisch in Zukunft aufhalten?

Mit einigen Renaturierungsmaßnahmen zeigte sich so mancher der Fischer allerdings nicht besonders glücklich. „Die strömungsarmen Altarme werden den Kormoranen gefallen. Hier finden sie dann nicht nur die Brut, sondern auch ältere Fische, die im ruhigen Wasser eine viel leichtere Beute für die Vögel sind.“

An manchen Stellen wurde bei den Renaturierungsmaßnahmen das Bett der Gersprenz komplett verlegt und Totholzeingebaut.

Viele der Vereinsmitglieder angeln lieber an der Gersprenz als am Anglerteich. Wer seine Ruhe haben will beim Angeln, der geht bevorzugt an das bewegte Gewässer. Eine große Fischauswahl gibt es auch hier: Wels, Hecht, Karpfen, Brasse, Forelle und Aal sowie andere Leckereien für die Tafel sind im Angebot.
Spannend wird es für die Angler nun, wo sich welcher Fisch im renaturierten Teil in Zukunft am liebsten aufhalten wird. Nach der Besichtigung der Renaturierungsmaßnahme ging die Gruppe weiter zum Reinheimer Teich und anschließend wieder zurück zum Anglerheim.

„Sinn dieses alljährlichen Spaziergangs ist es, das Vereinsgebiet den neu aufgenommenen Mitgliedern zu zeigen, aber auch zu sehen, wo es Verschmutzungen gibt, die bei der Gewässerreinigung beseitigt werden müssen“, erklärte der neue erste Vorsitzende Patric Altenburg.

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