Nicht Beton, sondern Menschen im Blick

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Aktuelle Projekte wurden bei der Einweihung der Räumlickeiten vorgestellt.

Groß-Zimmern - (guf) Bisher ist es fast immer still in der Passage an der Wilhelm-Leuschner-Straße 4-6. Anders am gestrigen Freitagmorgen. Zahlreiche Helfer und Unterstützer sind gekommen, um mit den Hauptamtlichen der ProjektwerkstattThomas Heinrich und Tobias Lauer die offizielle Einweihung der Räumlichkeiten zu feiern, die seit Mai für die „Soziale Stadt“ in Groß-Zimmern genutzt werden.

Im Januar hat die Projektwerkstatt des Diakonischen Werkes Darmstadt-Dieburg ihre Arbeit aufgenommen und mit der Umsetzung des Bund-Länder-Programmes in der Gemeinde begonnen. Nach vier Monaten provisorischer Unterkunft im Jugendzentrum wurden die eigenen Räume bezogen. „Es ist viel passiert im ersten halben Jahr“, begrüßte Stadtplaner Heinrich die rund 40 Anwesenden, darunter ebenso Vertreter aus Orts- und Kreispolitik, Schulen und Vereinen wie aus der Jugend- und Altenpflege.

Über wesentlich vier erarbeitete Projekte berichtete er: Hinsichtlich der geplanten Hofgestaltung von Albert-Schweitzer- und Angelgartenschule müsste allerdings die Fertigstellung der im Bau befindlichen Mensa abgewartet werden. Hier bleibe zu hoffen, dass es nicht - wie von manchen befürchtet - zu größeren Verzögerungen kommen wird, meinte Heinrich. In der Quartiersmitte, im Innenraum zwischen den „Blöcks“ der Angelgarten- und Dresdener Straße, wird an einem Begegnungsort mit Spiel- und Bolzplatz gearbeitet. „Hier hat der Bauhof der Gemeinde bereits Vorarbeiten geleistet“, so Heinrich. Auch der Mehr-Generationen-Spielplatz, der für die Adolph-Kolping-Anlage geplant wird, komme gut voran. „Hier muss allerdings zunächst der Baumbestand vermessen und eingeplant werden“, erklärte Heinrich dem LA. Auch die Arbeitskreise seien weiterhin sehr aktiv, berichtete Sozialpädagoge Lauer. Zur Stärkung der lokalen Wirtschaft arbeitet die Projektwerkstatt gemeinsam mit Gewerbetreibenden intensiv an nachhaltigen Strategien und das soziale und kulturelle Leben in Zimmern konnte sowohl durch die Unterstützung der Gründung des „Club Italia“ als auch durch die Initiativgruppe „offenes Wohnzimmer“ bereichert werden. Mehrere weitere Projekte sind in Planung. „Wichtig ist uns der Kontakt zu den Bürgern, insbesondere zu sozial Benachteiligten und Bedürftigen. Deren Unterstützung sollte nicht auf die Kirchen abgeschoben werden, denn es ist eine staatliche Aufgabe“, betonten die beiden.

Informationen zur Projektwerkstatt und zum Programm Soziale Stadt erhalten Sie im Büro, unter z 06071/618378 oder im auf der Online-Präsenz der Stadt.

Bürgermeister Achim Grimm überreichte den Herren eine „pflegeleichte, stachelige Pflanze, die lediglich vierzehntägig etwas Wasser braucht“. Sehr erfreut sei er über die Entwicklung der Projektwerkstatt und auch darüber, dass im Rahmen der Sozialen Stadt die notwendige Erweiterung des Jugendzentrums („Das platzt aus allen Nähten„) im kommenden Jahr umgesetzt werden könne. In Anlehnung an ein Schreiben der Zimmerner Liberalen an Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP), in dem dazu aufgefordert wurde, die Förderzusage für Groß-Zimmern noch einmal zu überprüfen, teilte der Bürgermeister mit, er habe nun die Zusage des Ministers, dass das Land alle Projekte genehmigt habe. „Ohne das Programm ginge in der Gemeinde so gut wie nichts mehr“, betonte Grimm und nutzte die Gelegenheit, Schuldezernenten Christel Fleischmann ein Wink mit dem Hirschkopf zukommen zu lassen. Er wäre sehr erfreut, wenn eine Einigung mit dem Kreis als dritter im Bunde der Sozialen Stadt auch hinsichtlich der Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes an der Friedensschule zustande käme, so Grimm. Der Kreisbeigeordnete Fleischmann lobte seinerseits die „beispielhafte Arbeit“ und hob die Win-win-Situation für die beiden Schulen hervor, bestätigte allerdings, dass sich die Fertigstellung der Mensa zeitlich verzögern könne. Gut gewählt sei das Team, angeführt von der Leiterin des Diakonischen Werkes Darmstadt-Dieburg, Edda Haack.

Die verdeutlichte mit wenigen einfachen Sätzen den Schwung, der der Sache inne wohnt. „Das Städteförderprogramm hat nicht Beton, sondern die Menschen im Blick und wird gewiss auch in Zukunft weiter gefördert“, sagte sie und fügte auf Groß-Zimmern bezogen hinzu: „Der Charme des Projektes ist die Stärkung der Gemeinde“, deshalb müsse man sich aber erst zu den Schwächen bekennen. „Viele haben Probleme mit dem Rattenschwanz negativer Stigmatisierung. Bürgermeister Grimm benennt die Probleme und drückt damit den politischen Willen aus“, lobte Haack.

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