Großer Andrang beim Neujahrsempfang des Kerbvereins/Beutel wirbt für Engagement

„Nit schenne, sondern mache“

Zusammenrücken war im Gewölbekeller des Kulturzentrums Glöckelchen angesagt, wo der Kerbverein mit seinen Gästen den beliebten Neujahrsempfang feierte. Fotos (2): Friedrich

Groß-Zimmern J Neue Vorhaben und gute Vorsätze, Segenswünsche und ein „Prosit“ auf das neue Jahr, so stimmten sich Besucher des Neujahrsempfangs im Gewölbekeller des Kulturzentrums Glöckelchen ein. Von Ursula Friedrich

Der Einladung zur beliebten Veranstaltung des Groß-Zimmerner Kerbvereins folgten auch diesmal viele Bürger und Vereinsaktive, Kirchenvertreter und Kommunalpolitiker, sodass im rustikalen „Kerbdomizil“ regelrechtes Gedränge herrschte.

„aa Verantwortung iwwernemme!“

Wohin führt die Reise 2012? Die Ausrichtung derZimm"ner Kerb ist das Hauptziel, das die Gastgeber ins Auge gefasst haben - mit bewährtem Konzept und neuen Ideen. „Wir möchten den Sonntag familienfreundlicher gestalten“, sagte Vereinschef Thomas Beutel in seinem Grußwort, der sich eine partielle Zusammenarbeit mit der kommunalen Jugendpflege und dem Verein „Bel(i)ebt Groß-Zimmern“ wünscht.

Neujahrsvorsatz: Auch Kritikpunkten wollen sich die Veranstalter stellen. Aber: Statt Kritik wünscht sich Beutel Engagement.

Nach diesem Rezept war der langjährige Vorsitzende selbst vor 20 Jahren vom heutigen Ehrenvorsitzenden Heinz Held in den Verein geholt worden. „Wir brauchen wieder viele ehrenamtliche Helfer für die Organisation und Durchführung unseres Heimatfests.“ Auch mit Fördermitgliedern sei dem Verein gedient, der rund 300 Mitglieder zählt. Für den Erfolg des großen Heimatfestes im Vorjahr spricht ein Phänomen am Kerbsamstag , als um 22 Uhr wegen des großen Andrangs die Kassen geschlossen wurden. Trotz tausender Gäste machte der „Wirtschaftsbetrieb Kerb“ kein Plus, bedauerte Beutel. Grund sind die gestiegenen Kosten für Sicherheitsdienste.

„Das Team muss stimmen, damit sich was bewegt!“, so die Maxime von Bürgermeister Achim Grimm, der den Ausrichtern des „schönsten und größten Heimatfests“ für ihren Einsatz dankte.

Das Jahr 2011 brachte neben Freuden auch viel Leid und große Entbehrungen, so der Rathauschef. So gibt es neue Kooperationsmodelle zwischen den Klein-Zimmerner und Groß-Zimmerner Feuerwehren und der Freiwilligen Feuerwehr Dieburgs, die sich eine gemeinsame Schlauch-, Wasch- und Pflegeanlage anschaffen und in Groß-Zimmern stationieren wollen, um effektiver arbeiten zu können. Einschränkungen gehören auch zum Jahr 2012.

„Unser Hallenbad verursacht jedes Jahr ein Minus von einer halben Million Euro“, sagte Grimm und kündigte an, dass das Hallenbad daher während der Sommermonate vermutlich geschlossen werden muss.

Mit 2,4 Millionen Euro für den neuen Kindergarten am Festplatz trägt die Gemeinde dem Recht der kleinsten Bürger auf Kindergarten- und Krippenplätze Rechnung.

Mit einem Herzenanliegen an die Gemeinschaft warb auch der katholische Pfarrer Christian Rauch, der mit den Sternensingern zum Empfang kam.

Zehn Jugendliche, die unter anderem aus Eritrea flüchteten, sollen in den kommenden Tagen im alten evangelischen Pfarrhaus in der Lebrechtstraße eine neue Heimat finden. Die neue Wohngruppe für Flüchtlinge steht unter Leitung des St.Josephs-Hauses Klein-Zimmern. „Die jungen Menschen haben eine „schlimme Geschichte“, sagte Pfarrer Rauch. „Bitte unterstützen Sie diese Jugendlichen und öffnen Sie Ihre Türen.“

Auch die Sternensinger, die mit ihren Liedern und Segenswünschen kamen, warben darum, die Herzen für das Schicksal armer Kinder zu öffnen. Insbesondere Projekte in Nicaragua stehen in diesem Jahr auf der Agenda der Sternsingeraktion.

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