SPD nominiert Stefan Fröhlich

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Die freundschaftliche Umarmung lässt nicht an eine Kampfabstimmung denken. Ralf Oesswein (links) und Patrick Koch (rechts) gratulieren als erste dem frisch ernannten SPD-Bürgermeisterkandidaten Stefan Fröhlich.

Groß-Zimmern (guf) ‐ Dass Ralf Oesswein, SPD-Mann im Gemeindevorstand, bei der Nominierung der Partei für die Bürgermeisterwahl am 27. März 2011 gegen den Ortsvorsitzenden Stefan Fröhlich (43) kandidieren würde, war in Zimmern am Freitagabend kein Geheimnis mehr. Was allerdings keiner so recht wusste, wie es dazu kam.

Hatte doch Oesswein selbst die Kandidatur Fröhlichs im SPD-Vorstand gefördert und unterstützt, einstimmig wurde dieser vom Vorstand benannt. Erst wenige Tage vor der Mitgliederversammlung hat Oesswein überraschend sein Interesse mitgeteilt. „Ich hätte eine solche Ankündigung früher erwartet“, kritisierte Gerd Held diplomatisch. Andere Parteimitglieder waren nicht so sanft. „Wir haben hier ein junges Team mit guten Ideen, das sich intensiv einsetzt. Nach außen macht dieses Vorgehen ein schlechtes Bild“, meinte Richard Kunze und warnte vor einem möglichen Jürgen-Walter-Effekt. Dagmar Wucherpfennig unterstützte den eher bescheidenen Fröhlich und betonte: „Stefan kann das!“

Zunächst stellte Oesswein in seiner Aussprache klar, dass er nicht gegen, sondern mit Fröhlich zur Wahl stehe. Die Partei entscheide schließlich demokratisch und - unabhängig vom Ausgang - werde er mit Fröhlich auch weiterhin so gut wie zuvor zusammenarbeiten.

Über 60 Mitglieder stimmten ab

Viele haben mich angesprochen, mit dem Hinweis: Du hast uns geholfen und dich für uns eingesetzt. Du hast Dinge bewegt, die in den Aufgabenbereich des Bürgermeisters gehören. Wir wollen dich“, begründete Oesswein, seine Kandidatur. Besonders seit der Nominierung von Bürgermeister Achim Grimm (CDU) sei er oft auf diese Weise auch von Fremden angesprochen worden. Welche Qualitäten er für dieses Amt mitbringe, stellte Oesswein dann in einer emotionalen Rede dar. An seinen Fähigkeiten und dem politischen Willen zur Änderung zweifelte indes kaum jemand. Allein das Vorgehen nahmen ihm wohl die meisten seiner Parteifreunde übel.

Erfreut hatte zuvor Wahlleiter Patrick Koch die Zimmerner Sozialdemokraten mit den Worten begrüßt: „Das hier ist die mitgliedsstärkste Versammlung der Region.“ Tatsächlich waren mit Neuzugängen über 60 Mitglieder in den Chorraum gekommen, unter ihnen zahlreiche Jüngere und viele Frauen. Die Abstimmung über den Bürgermeisterkandidaten ergab: 44 Stimmen für Fröhlich, 11 für Oesswein, eine Enthaltung.

Oesswein sichert Fröhlich Unterstützung zu

Als erster gratulierte Oesswein dem gekürten SPD-Bürgermeisterkandidaten und sicherte ihm seine volle Unterstützung zu.

Ein politischer und personeller Wechsel ist dringend notwendig“, betonte der eben nominierte Fröhlich dann und kritisierte besonders die Finanzpolitik von Bürgermeister Achim Grimm und der CDU. Nach den Ehrungen (Bericht folgt) wurde über die Liste mit Kandidaten für die zeitgleich mit der Bürgermeisterwahl stattfindende Kommunalwahl abgestimmt.

Nach einigen kleineren Änderungen in der Rangfolge wurde diese Liste mit den 72 Kandidaten einstimmig angenommen.

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