Im Notfall retten Voraushelfer Leben

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Ein Prosit auf das Rote Kreuz: (von links) Edith Thoma, Ralf Oesswein, Torben Pullmann, Bettina Gibson-Altmann und Rüdiger Schmidt.Fotos (2):

Groß-Zimmern (ula) ‐ 348 Mitglieder zählt die Ortsvereinigung des Deutschen Roten Kreuzes Groß-Zimmern (DRK), aktiv sind jedoch 32 Personen. Diese Truppe leistete 2010 im sozialen und medizinischen Dienst an ihren Mitmenschen vorbildliche Arbeit.

Bettina Gibson-Altmann, Vorsitzende der Ortsvereinigung, dankte der Mannschaft am Samstag beim Neujahrsempfang im Glöckelchen für die vielen Stunden Einsatz im Sanitätsdienst, dem Engagement im sozialen Bereich und für die Zeit, die für Aus- und Weiterbildung geopfert wurden. Im neuen Jahr wollen die Aktiven ihre Leistungspalette weiter ausbauen. „Neben unseren vielen Sanitäts- und Verpflegungseinsätzen sowie Schulungen starten wir in Kürze ein neues Projekt“, kündigte die Vorsitzende an: Die Ausbildung von Voraushelfern. Diese speziell geschulte Truppe kann im Notfall alarmiert werden, wenn absehbar ist, dass sich ein Eintreffen des Rettungswagens hinauszögert. „Bei Herzinfarkt oder Schlaganfall entscheiden Minuten über Leben und Tod“, so Gibson-Altmann.

Dreizehn Rot-Kreuzler stellen sich für den Voraushelferdienst zur Verfügung - sie gilt es nun mit Sanitätstaschen auszurüsten. Eine finanzielle Herausforderung, die ebenfalls gestemmt werden muss. Rüdiger Schmidt von der DRK Kreisbereitschaftsleitung begrüßte das Engagement der Zimmerner: „Es ist immer schwieriger, ehrenamtliche Helfer zu finden“, so Schmidt, der den Rückzug der Ortsvereinigungen Otzberg-Hering und Heubach aus dem aktiven Dienst beklagte.

Jenseits der 70, doch immer noch für das DRK im Einsatz (von links): Die Ehrenmitglieder der Ortsvereinigung Veronika Gruber, Else Bickert, Maria Grimm, Waltraudt Pullmann sowie Hans Manetsberger (hinten).

Auch Nachwuchs zu finden, sei eine schwere Aufgabe. Die zeitaufwendigen Schulungen und Übungen seien hierfür ebenso Gründe, wie die Kosten der Sanitätsausbildung. Minimum 2000 Euro muss eine Ortsgruppe investieren, um einen frisch gebackenen Sanitäter einzusetzen. Bürgermeister Achim Grimm lobte auch die soziale Arbeit des DRK, dessen Helfer oft im Stillen wirkten, um Menschen am Rande der Gesellschaft mit persönlichem Einsatz oder Geldspenden zu helfen. Eine zweite Priorität im DRK-Aktionsradius des Jahres 2011 erhalten die erweiterten Blutspendetermine. Die Bürger sind nicht nur zum Spenden, sondern ebenso zum Typisieren des roten Lebenssaftes eingeladen. So könne ermittelt werden, ob sich jemand für eine Knochenmarkspende für einen an Blutkrebs erkrankten Empfänger eigne, erläuterte die Vorsitzende. Auch vor Ort gibt es traurige Beispiele, das Projekt zu forcieren. 2010 waren zwei Mitbürger an Leukämie erkrankt und dringend auf Knochenmarkspenden angewiesen.

Blutspendetermine waren erfolgreich

Die vier Blutspendetermine in der Gemeinde waren im Vorjahr sehr erfolgreich. „Es kamen rund 1 100 Blutspender, davon 100 Erstspender“, berichtete die Vorsitzende. Nur 35 DRK-Helfer stemmten die medizinische Herausforderung sowie das beliebte „Catering“ für die vielen Menschen.

Mit einem deftigen bayrischen Büfett und einem kleinen Sektempfang wurden die Mitglieder des DRK für ihren tatkräftigen Einsatz nun ihrerseits verwöhnt.

Zu guter letzt rückten die langjährigen aktiven Mitstreiter und Vereinstreue Mitglieder ins Rampenlicht: Von Kindesbeinen an ist Erich Altmann dabei. Bereits seit 50 Jahre hält er dem DRK die Treue und setzte sich in seiner Freizeit für seine Mitmenschen ein. Auch Hildegard Thoma und Hannelore Vogel sind bereits seit einem halben Jahrhundert beim Roten Kreuz aktiv. Für 40 Jahre aktiven Dienst wurde Erich Anthes geehrt. Torben Pullmann ist zwar erst in den 30ern, jedoch seit 20 Jahren dabei und davon 14 Jahre zweiter Vorsitzender. Zehn Jahre ist Sybille Vogel im Einsatz. Für je fünf Jahre aktiven Dienst wurden Viola und Rebecca Schönig, Hildegard geehrt.

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