Äbbelwoiprobe im Glöckelchen

Tête-à-tête mit Kaiser Wilhelm und Rapunzel

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Nicht nur Gerd Grein schenkte Wein ein.

Gross-Zimmern - Es war ein süffiges Erlebnis in Reinkultur: Die Äbbelwoi-Probe mit dem Odenwälder Unikat Gerd Jürgen Grein im Gewölbekeller des Glöckelchens.

Rund 60 Gäste genossen einen kurzweiligen Abend mit dem passionierten Volkskundler, süffigem Stöffche und deftiger Hausmacherwurst, ein Erlebnis für alle Sinne. Im urigen Gewölbekeller servierten die CDU-Gastgeber eine feine Auslese Odenwälder Apfelweine - im Probegläschen entfalteten sich Geschmackssymphonien, wie sie nur ein Hesse wahrhaft genießen kann. Garniert wurde die feine Auslese des Nationalgetränks mit Geschichten und Anekdoten des passionierten Volkskundlers. Gerd Grein öffnete seine kleine Schatzkiste munterer Episoden. Vom vergrätzten Petrus bis zur südhessisch verfremdeten Version des Froschkönigs. „...un des is de Gräfin gehörisch uf de Senkel gegange...“, schilderte der Otzberger in schillerndsten Farben das adelige Befinden, während sein Publikum zwischen Kochkäs´, Presskopf und Heiterkeitsausbruch schwankte.

Grein (69), der zunächst eine Verwaltungslehre absolvierte, Kreisjugendpfleger im Landkreis Offenbach war, schließlich Kulturamtsleiter Groß-Umstadts und Leiter des Museums der Veste Otzberg, brillierte einmal mehr als charmanter Geschichtenerzähler mit schier unerschöpflichem Fundus. Endlich erfuhr das Publikum, dass der Herrgott Petrus mit Äbbelwoi zur Raison brachte, und Rapunzel ihre Haarpracht von der Veste Otzberg wallen ließ. Vom Lachen ausgedorrte Kehlen wurden mit Äppelwoi Variationen namenhafter Odenwälder Keltereien geölt. Hochprozentiger Apfelbrand, Apfelsekt, sortenreiche Apfelweine auf Basis Kaiser Wilhelms und Goldparmäne wurden verköstigt.

Auch Christof Glaser griff zur Flasche.

Dass bei dieser Veranstaltung der CDU auch das Stöffche des Kelterers Merkel floss, war reiner Zufall. Nicht jedoch, dass die große Koalition hier bereits im Kleinen zelebriert wurde. „Isch muss ihne verrate, dass isch 2014 für 50 Jahre in der SPD geehrt werde“, schmunzelte Grein. Jürgen Kreisel, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Ortsverbands, schlug die Brücke vom eigenen Parteibuch zum Publikum - das nur zu einem Bruchteil der CDU angehörte. Parteizugehörigkeit sei sekundär, betonte Kreisel, der das Odenwälder Unikat in den Glöckelchenkeller gebracht hatte. „Kommunalpolitik muss Spaß machen“, so Kreisel, der auf gesellschaftliche Veranstaltungen pocht - parteiübergreifend. Spaß hatten die Veranstalter, wenngleich sie als weiß beschürzte Gastgeber auch einiges zu tun hatten. Kreisel, die Gitarre um den Hals, sorgte mit Adjutant Markus Oberhuber am Akkordeon für den musikalischen Teil - das Pulikum fiel berherzt ein. Weil Kultur und Genuss jenseits von Parlament und Auschüssen gepflegt werden, lädt die Union gleich zur nächsten Veranstaltung ein. Am Samstag, 30. November, wird intern hessische Weihnacht gefeiert. Und kurz vor Heiligabend, am Donnerstag, 19. Dezember, fahren die CDUler zum Weihnachtsmarkt in Michelstadt.

ula

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