Vorentwürfe für das „Schlädchen“

Ein oder zwei Spielplätze?

Im Ausschuss wurden am Montag zwei erste Vorentwürfe für das Baugebiet im Schlädchen diskutiert.

Groß-ZImmern J Nachdem die Wohnbebauung an der Alten Ziegelei inzwischen weit fortgeschritten ist, befasste sich der Planungsausschuss am Montag im Rathaus mit dem Aufstellungsbeschluss und ersten Vorstellungen für den Bebauungsplan „Hinter dem Schlädchen“. Von Gudrun Fritsch

Zur Finanzierung der neuen Kindertagesstätte am Festplatz hatten die Gemeindevertreter im Sommer 2012 die zu erwartenden Kosten und Einnahmen ermittelt, die sich für das Baugebiet „Im Schlädchen“ ergeben würden. Neben einer möglichen Umwandlung der „Friedhofserweiterung“, die für die Gemeinde einfacher wäre, da sie selber Eigentümer ist, wurde das „Schlädchen“ bevorzugt, obwohl hier erst mit vielen gesprochen werden müsste.

Allerdings würde mit der Erschließung des 4,4 Hektar großen Areals an der Darmstädter Straße auch die Lücke zwischen Siedlungsgrenze und Ziegeleigelände mit seiner Insellage geschlossen. Die war in früheren Diskussionen vor allem für SPD und Grüne ein Grund, die Pläne der Projektentwicklung an der Ziegelei abzulehnen.

Architekt Michael Lusert vom Planungsbüro für Städtebau in Groß-Zimmern präsentierte eingangs zwei Vorentwürfe mit 75 Bauplätzen (zwischen 300 und 480 Quadratmeter groß) für Einzel- und Doppelhäuser sowie drei Mehrfamilienhäuser (siehe Bild rechts). Die Erschließung sollte hauptsächlich über die Darmstädter Straße erfolgen, wenn die Zufahrt einmal nicht möglich sein sollte als Notandienung über die Alte Ziegelei. Für das Abwasser (Trennsystem) könnte der Kanal am Ostrand (Darmstädter Straße) genutzt werden, über die Mulde im Süden könnte Wasser in die Tongruben fließen. Zwei Varianten gab es für einen Spielplatz. Zentral könnte mit der Ziegelei, wo am Rand noch der Bau eines Spielplatzes aussteht, auf einer doppelt so großen Fläche ein gemeinsames Projekt entstehen. Dabei entstünde auf der Anschlussfläche der beiden Areale zudem ein zusätzlicher Bauplatz.

Diesem Lösungsvorschlag widersprach Kurt Werdecker (FDP). „Der Vertrag mit der Arge Alte Ziegelei muss zeitnah erfüllt werden. Bis die Bebauung am Schlädchen steht, vergehen noch etliche Jahre.“

Besonders skeptisch äußerte sich Peter Eickhoff (Grüne) zu den Vorentwürfen. Seine Bedenken, dass „hier eventuell noch altes, geltendes Baurecht genutzt werden soll“, teilten die Ausschusskollegen nicht. Ab dem 20. September werde ein neues Gesetz zur Innenentwicklung in Kraft treten, wonach zunächst ungenutztes Bauland im Ort in Betracht gezogen werden müsse, bevor ein neues Baugebiet erfasst wird, erläuterte Eickhoff. Das würde jedoch in Zimmern nichts ändern. Ähnliche Anliegen habe man sich schon in früheren Jahren verfolgt, mit dem Ergebnis, dass Privatleute nicht zum Verkauf oder zur Nutzung gezwungen werden könnten, erläuterte Thomas Unterleider (CDU).

Der Ausschussvorsitzende Jost Scharna (CDU) war bereits davon ausgegangen, dass es noch viel Diskussions- und Informationsbedarf geben würde. Er schlug eine Sondersitzung des Gremiums vor. Aus Zeitgründen wurde dies jedoch abgelehnt. Die Fraktionen werden nun bis zum 25. Oktober Fragen und Anregungen einreichen, die dann in der nächsten Regelsitzung des Planungsausschusses am 4. November beantwortet und diskutiert werden können.

‹ Am heutigen Donnerstag um 20 Uhr tagt der Finanzausschuss im Erdgeschoss des Rathauses. Themen sind unter anderem Unterrichtung und Beschlüsse über außerplanmäßige Ausgaben sowie die Fortschreibung des Personalentwicklungskonzeptes der Gemeinde. Am Dienstag, 17. September, berät die Gemeindevertretung um 20 Uhr über diese und weitere Themen sowie über Anträge der Fraktionen. Die Sitzung im Obergeschoss des Rathauses ist öffentlich.

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