Öden Platz umgestalten

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Der karge Festplatz soll verschönert und zum Jugendpark gestaltet werden.

Groß-Zimmern (ula) ‐ Einen eher trostlosen Anblick bietet der „„Festplatz“ zwischen Angelgarten- und Johannes-Ohl-Straße. Das soll in Zukunft anders werden, denn die Gemeinde will hier nicht nur eine Verschönerung herbeiführen, sondern zudem einen Spiel- und Sportpark für Kinder- und Jugendliche anlegen.

Mit diesem Auftrag wurde die „Projektwerkstatt Groß-Zimmern“ betraut, die nun auch hier im Rahmen der „Sozialen Stadt“ tätig wird. Bereits 2007 hätten Jugendliche der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) Pläne und Skizzen mit ihrer Wunschgestaltung des knapp 6 800 Quadratmeter großen Areals angefertigt, erklärte Sozialpädagoge Tobias Lauer, der mit Stadtplaner Thomas Heinrich das hauptamtliche Team der Projektwerkstatt bildet.

Ansprechpartner ist die Projektwerkstatt Groß-Zimmern, Telefon: 618378, E-Mail: projektwerkstatt-gz@dw-darmstadt.de.

Beim Treffen im Jugendzentrum waren diesmal nicht Jugendliche, sondern die Anwohner gefordert, ihre Ideen und Anregungen zur Beplanung des Platzes einzubringen. Schnell wurden recht unterschiedliche Interessen deutlich.

Die jungen Leute möchten den Festplatz mit Fuß- und Basket-, Volleyballfeld, Skaterbahn samt Half-Pipe, einer Rückzugshütte, Toiletten, Bäumen, Sitzgelegenheiten und einem Kiosk gestalten. Parkplätze, Schallschutz, eine Einzäunung und geregelte Öffnungszeiten, ein Verkehrs- und Bepflanzungskonzept und eine Aufsicht sind hingegen den Anwohnern wichtig.

Platz soll auch für Kinder sein

Der Platz soll allerdings auch für Kinder nutzbar sein“, wünschte sich eine Bürgerin, außerdem sollte die häufig zu schnell befahrene Straße am Jugendzentrum zur Spieltrasse werden.

Wichtig für alle Anwohner: Es soll Regeln geben, um Belastungen der „Festplatz-Nachbarn“ zu minimieren. Bereits jetzt klagen einige der dort lebenden Menschen über nächtliche Störungen. Autos würden mitten in der Nacht vorfahren, Scheinwerfer aufgeblendet, das Radio aufgedreht. Hinterlassenschaften dieser Besuche seien Müll und weggeworfene Flaschen.

Weder die Polizei noch das Ordnungsamt reagieren“, empörte sich eine Nachbarin, die sich mehrfach erfolglos beschwerte. Eine weitere Klage: „Es gibt sehr viel Lärm, zu allen möglichen Zeiten.“

Es wird gewiss einen Betreuungsaufwand geben“, sagte Jugendpfleger Tom Hicking im Hinblick auf die künftige Nutzung des Areals.

„Wir sind die Lobby der Bürgerschaft“

Wichtig in der Planungsphase sei, viele Interessen auf einen Nenner zu bringen, erklärte Lauer: „Wir sind die Lobby der Bürgerschaft“. Denn Ziel des Programms „Soziale Stadt“ sei es, die Wohn- und Lebenssituation der Bürger zu verbessern – und ihre Mithilfe zu erringen. Herzstück des Projektes im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ ist das Bürgerengagement.

Während Bund, Land und Kommune die Material- und Sachkosten stemmen, sind Einwohner aufgefordert zu gestalten und letztlich selbst beim Bau anzupacken. Dies geschah bereits vorbildlich bei der Umgestaltung des Außengeländes der Schule im Angelgarten und der Albert-Schweitzer-Schule. Ein Mehrgenerationentrupp aus Schülern, Lehrern und Eltern verpasste den Höfen ein völlig neues Gesicht mit Spielgeräten und grünen Lernorten.

Ob es auf dem Festplatz zu einer Wiederauflage dieses Erfolgsmodells kommt, bleibt abzuwarten. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. In einem schienen sich jedoch alle einig: mit dem trostlosen, kaum gepflegten Outfit des Festplatzes soll es ein Ende haben.

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