Für Überweg in der Waldstraße fehlen derzeit die Mittel

Ohne Laternen kein neuer Zebrastreifen

Verkehrsbrennpunkt Waldstraße: Für schwache Teilnehmer soll ein Fußgängerüberweg mehr Sicherheit gewährleisten. Wegen zwei fehlender Laternen muss das Projekt nun auf 2013 verschoben werden.   J Foto: Friedrich

Gross-Zimmern J In der Waldstraße soll ein neuer Zebrastreifen mehr Sicherheit bringen. Realisiert werden kann das Projekt aber erst, wenn auch genügend Geld bereitsteht, um eine neue Straßenbeleuchtung zu installieren. Von Ursula Friedrich

Was wäre der Straßenverkehr ohne behördlich reglementierte Parameter? Chaotisch? Wild-West-Methoden und anarchischen Gefügen unterworfen?

Mitnichten! Behördenvorgaben haben zumindest in der Gersprenzgemeinde so manches gut gemeinte Projekt auf Eis gelegt, das mehr Sicherheit im Straßenverkehr für schwache Teilnehmer garantieren sollte.

Zur Vorgeschichte: Lange rangen Eltern und Schulleitungen um mehr Sicherheit auf den Schulwegen. Immerhin pendeln allein zu Albert-Schweitzer- und Angelgartenschule rund 1 000 junge Leute unterschiedlicher Altersstufen. In Briefen an den Bürgermeister wurden nicht nur Ängste formuliert, sondern auch Lösungen ausgearbeitet. Zum Beispiel ein Zebrastreifen auf der Waldstraße in Höhe der Rad- und Rollsporthalle.

Die Gemeinde handelte. Mit Ordnungsamt, Bauamt, Vertretern des Polizeipräsidiums Südhessen und der Verkehrsbehörde des Landkreises wurden die Örtlichkeiten untersucht.

Bereits im Juni gab es grünes Licht für den gewünschten Zebrastreifen. Die Gesamtkosten von 6 648 Euro für Markierungen, eingeforderte Verkehrszeichen 350-10, Heckenschnitt und Pflasterungen wären zu stemmen gewesen. Wäre nicht nun die Auflage an die Stadt, eine neue Straßenbeleuchtung nach DIN 5044 zu installieren – eine Maßnahme, die mindestens 11 000 Euro verschlingen wird. Und damit die Kosten für das originäre Vorhaben Zebrastreifen deutlich übersteigt. „Das habe ich im Haushalt nicht mehr drin“, kapitulierte Bürgermeister Achim Grimm.

Die Kosten für die Beleuchtung müssen nun in den neuen Haushaltsentwurf fürs kommende Jahr gepackt werden. Und gebaut werden kann, wenn das Parlament den Etat 2013 absegnet.

Für Eltern ist es auch kein Trost, dass die eingeführte Tempo-30 Regelung auf der vielbefahrenen Waldstraße zurückgenommen werden musste. Während Grimm voller bester Absichten Tempo 30 anordnete, pfiff ihn das Verkehrsamt zurück. „Es gibt bestimmte Parameter, die eine Straße für Tempo 30 erfüllen muss“, weiß Grimm nun – die Waldstraße ist dem Amtsschimmel zu breit. Ein Zugeständnis gab es dann doch: Bis zum Bau des neuen Fußgängerüberwegs müssen Autofahrer auf diesem Teilstückchen der Waldstraße mit dem Fuß vom Gas. Kann der Zebrastreifen dann im kommenden Jahr mit neuem Geld im Gemeindesäckel verwirklicht werden, rollen die Blechlawinen wieder durchgängig mit 50 Stundenkilometern.

Weniger kostenintensiv schlägt der Zebrastreifen auf der Darmstädter Straße/Schillerstraße (Nähe Aral-Tankstelle) zu Buche. 3 300 Euro wurden für den Fußgängerweg dort veranschlagt, der die Querung der Straße sicherer machen soll. Gottlob, so Grimm, sei die Beleuchtung dort normgerecht, sodass noch in diesem Jahr ein Zebrastreifen installiert werden kann. Von Bürgern, die sich für mehr Sicherheit auf den Straßen einsetzten, so etwa Astrid Geiß vom Bürgertisch, werden die Bemühungen dennoch honoriert. Es käme Bewegung ins Thema, so, wie sie es vorgeschlagen hatten, sagte Geiß, die auch Schulelternbeiratsvorsitzende der Angelgartenschule ist.

Ein dritter Verkehrsbrennpunkt war im Visier: der Bereich Bahn-/Kettelerstraße. Vom Tisch sind hier die Fußgängerpiktogramme. Autofahrern sollten diese menschlichen Markierungen auf dem Asphalt ein zusätzlicher Hinweis sein, dass Schulkinder die Straße queren. Der Gemeindevorstand entschied sich gegen diese Markierungen, stattdessen sollen die Hinweisschilder auf Schulkinder näher an den Übergang gesetzt werden und rot-weiße Pfosten als zusätzliche Hinweise dienen. Kosten für die Maßnahme: rund 600 Euro.

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