Elf Mütter und zwei Väter beim Frühstück für Wiedereinsteiger

Organisation für Start in Arbeitswelt

+
Zum Frühstück für Wiedereinsteiger haben die Väter und Mütter auch ihre Kinder mitgebracht.

Groß-Zimmern - Zahlreiche Einladungen wurden kürzlich an Empfänger von Hartz IV und Arbeitslosengeld im gesamten Landkreis verschickt. Von Ulrike Bernauer 

Beim gemütlichen Frühstück ging es nun am Dienstag im Mehrgenerationenhaus um Fragen und Antworten die beim Wiedereinstieg ins Erwerbsleben helfen sollen. Die Gründe, warum die Eltern derzeit nicht arbeiten, sind offensichtlich. Ihre Kleinen haben die elf Mütter und zwei Väter zum „Frühstück für Wiedereinsteigerinnen“ gleich mitgebracht. Das ist am Dienstagvormittag im Mehrgenerationenhaus (MGH) auch überhaupt kein Problem. Zwei Frauen kümmern sich um die Kinder.

Jasmin Achenbach aus Weiterstadt ist Alleinerziehende Mutter von drei Kindern im Alter von zwei, sechs und zehn Jahren - und sie hat viel vor. Sie interessiert sich für eine Teilzeitausbildung in der Heilerziehungs- und der Altenpflege, die aber nur stattfindet, wenn sich auch genügend Teilnehmer für den Ausbildungslehrgang finden. Deshalb will sie auch ein wenig Werbung machen.

Um konkrete Weiterbildungsmaßnahmen oder Berufsangebote geht es der Diplom-Sozialpädagogin Christiane Hucke an diesem Dienstag aber nicht. Sie spricht mit den Vätern und Müttern eher über die Planungen im Vorfeld. Da geht es um Strukturen in den Familien, wie etwa der Alltag organisiert werden kann, damit Eltern von Kleinkindern auch tatsächlich arbeiten gehen können.

„Der kann nur Käsebrot“

Von langsamer Abgrenzung spricht Hucke, wenn sie von Müttern erzählt, die kaum ohne den Nachwuchs auf die Toilette gehen können. Aber auch die Männer sollten mehr in Haushalt und Organisation eingebunden werden. Die Sozialpädagogin nennt gar ihren Mann als Negativbeispiel in der Küche: „Der kann nur Käsebrot.“ Kochen kann auch Nathan König aus Otzberg nicht gut. Er hat zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren und ist schon seit anderthalb Jahren in der Elternzeit. Der Bürokaufmann macht aber sonst alles im Haushalt. Für ihn ist das Treffen interessant, „weil ich höre, wie es anderen Eltern geht, und auch Tipps für die Organisation des Familienalltags mitnehmen kann.“

Für Sozialpädagogin Hucke hängt beim Wiedereinstieg in den Beruf vieles von der Motivation der Eltern ab. Yvonne Standa aus Gunderhausen, Alleinerziehende mit drei Kindern im Alter von ein, drei und neun Jahren stimmt ihr zu: „Wenn man will, kriegt man alles gebacken.“ Die 32-Jährige hat keine Berufsausbildung, will aber nicht von Hartz IV leben und wird sich deshalb im Einzelhandel bewerben.

Menje Sadun hingegen hat derzeit noch Sprachprobleme. Die 36-Jährige mit Kindern im Alter von sechs und anderthalb Jahren stammt aus Syrien. Sie lebt zwar schon seit 2006 in Deutschland, hat aber bis vor kurzem in Frankfurt in einem Viertel gewohnt, in dem hauptsächlich Türken leben. In Groß-Umstadt hat sie jetzt schon guten Kontakt zu Nachbarn gefunden und die Deutschkenntnisse werden besser. Im ursprünglichen Beruf als Sekretärin will sie nicht mehr arbeiten, sie will am liebsten Erzieherin werden. Der Vormittag gefällt den Teilnehmern, auch wenn Hucke auf konkrete Berufs- und Weiterbildungswünsche kaum eingeht. Wichtig ist ihr, dass die Mütter und Väter sich interessieren und einen Anlaufpunkt haben. Um die konkreten Möglichkeiten einer Teilzeitberufsausbildung wird es am Dienstag, 18. März, im MGH gehen. Dann beantwortet Marion Bornebroek, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Kreisagentur für Beschäftigung, Fragen. Achenbach, König, Standa und Sadun wollen auf jeden Fall auch zu diesem zweiten Termin kommen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare