Ein Kircheninstrument, das sogar „näseln“ kann

Orgel mit Sonderregistern

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Die Orgel ist hervorragend geeignet, um Chöre, wie hier den Kirchenchor, zu begleiten.

Groß-Zimmern - „Diese Orgel hat sehr spezielle Register“, sagte Kantor Ulrich Kuhn am Sonntag in der evangelischen Kirche. Von Ulrike Bernauer 

Gesehen hatten die Gottesdienstbesucher die zweite Orgel in der Kirche bereits seit kurzem, den Klang des Instrumentes hörten sie an diesem Tag jedoch das erste Mal.

Wie einem Infoblatt zu entnehmen war, hatte der im vergangenen Jahr verstorbene Organist Erich Daub die Orgel 1969 in sein Haus einbauen lassen, um eine „Übe-Orgel“ zu besitzen. Dabei handelte es sich um die Orgel Opus 549 der Firma BOSCH aus Kassel-Niestetal mit sechs Registern auf zwei Manualen und Pedal. Der Kirchenvorstand erwarb das Instrument, in Kassel-Niestetal wurde es den Bedürfnissen der Kirchengemeinde angepasst und nach Ostern in der Kirche aufgebaut. Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf 41.500 Euro. Kuhn zeigte beim Festgottesdienst anlässlich der Einweihung der Orgel deren Bandbreite. „Mit der großen Schwester ist sie klanglich und auch von ihrer Lautstärke her nicht zu vergleichen“, erklärte Kuhn und ließ auch die Besonderheiten der kleinen Schwester erklingen.

Instrument der Renaissance-Zeit „näseln“

So kann die Orgel wie so manches Instrument der Renaissance-Zeit „näseln“, eine akustische Klangfarbe, die für so manches Ohr sehr ungewohnt ist. Kuhn bot den Gottesdienstbesuchern ein kleines Privatkonzert und stellte auch die einzelnen Register vor. Eher schwach zeigte sich die Klangfülle bei dem Register Holzgedackt 8’, fülliger wurde der Klang mit der Rohrflöte 4’ und die Orgel zeigte ihren vollen Klang als noch die Oktave Vierfuß, das Principal 2’, die Quinte 1 1/3’ und das Regal 8’ hinzukamen. Ein dicker Applaus war Kuhn am Ende seiner Erläuterungen und seiner Vorführung sicher.

Den eigentlichen Zweck der Zweitorgel konnten die Gottesdienstbesucher dann direkt erleben. Der evangelische Kirchenchor sang begleitet von der neuen Orgel. Sie ist auch vorgesehen, um Solisten zu begleiten oder um kleinere Andachten und Gottesdienste nur im Chorraum möglich zu machen. Zudem freut sich nicht nur Kirchenmusiker Kuhn, sondern auch Pfarrer Michael Fornoff darüber, dass es nun auch möglich wird, Stücke für zwei Orgeln in Groß-Zimmern zu intonieren. Fornoff ist sich sicher, dass Organist Erich Daub, der über fast 70 Jahre die große Schwester bediente, sich über diesen neuen Platz seiner Hausorgel in der von ihm geliebten evangelischen Kirche sehr gefreut hätte.

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