OWK mit moderner Satellitentechnik

Wanderführer über GPS-Navigation

+
Die OWK-Wanderführer trainieren mit GPS-Geräten. 

Groß-Zimmern - Wandern mit Karte und Kompass? War das nicht das, wovon Großvater immer aus grauer Vorzeit erzählt? So wie im Auto der Atlas vom Navi längst abgelöst wurde, so hat bei den Wanderprofis vom Odenwaldklub die Satellitennavigation mit Outdoor-GPS-Geräten längst Einzug gehalten.

Die Benutzung dieser Geräte unterscheidet sich aber erheblich von ihren Pendants im Armaturenbrett. Draußen in der Natur möchte man nicht den schnellsten Weg von A nach B gehen oder radeln, sondern hier ist der Weg selbst das Ziel. So wird die Route von den OWK-Wanderführern in der Regel auf einer Vorwanderung festgelegt und die schönste Variante als so genannter „Track“ gespeichert. Das funktioniert genau wie die Brotkrumenspur im Märchen Hänsel und Gretel, denn das Gerät zeichnet die zurückgelegten Strecken mit den Koordinaten auf. Im Gegensatz zu den Brotkrumen kann man aber die Aufzeichnung nachträglich am Computer bearbeiteten und dann als Vorlage bei der eigentlichen Monatswanderung mit der Gruppe nutzen. So können im Vorfeld schon die richtigen Streckenlängen und Höhenprofile für die unterschiedlichen Leistungsgruppen festgelegt werden. Oft findet man auch im Internet geeignete Tracks zum Download, die entsprechend modifiziert nachgewandert werden können.

Dabei muss man nur darauf achten, dass sich die angezeigte aktuelle Position immer auf dem Track befindet, und selbst bei einem „Verhauer“ kann man damit leicht auf den richtigen Weg zurück finden.

Um die speziellen Geräte in allen Situationen sicher zu beherrschen, trainieren die Wanderführer die Handhabung bei Übungswanderungen, wobei die Theorie anschließend bei einem zünftigen Dämmerschoppen an der Birkenruhe vertieft wird.

Auch im Ausland verwendbar

Was macht den Unterschied zu modernen Smartphones aus, die mit den gleichen Features werben? Handys beziehen ihre Kartendaten aus dem Netz. Gerade in den schönsten Wandergegenden herrscht aber oft Funkstille. Mag in Deutschland auch in den meisten Mittelgebirgen eine passable Netzabdeckung vorhanden sein, spätestens bei Treckingtouren oder beim Wildlife-Einsatz im Ausland lernt man die Vorteile der im Gerät gespeicherten Karten kennen.

Außerdem ist die Stromversorgung ein Problem: Während der eingeschaltete GPS-Chip den Handy-Akku spätestens nach einigen Stunden leer gesaugt hat, hält ein Outdoor-Navi mehrere Tage durch. Wenn auf einer Berghütte oder beim Zelten der Handy-Akku nicht aufgeladen werden kann, so akzeptiert der GPS-Empfänger auch Trockenbatterien.

Darüber hinaus sind die speziellen GPS-Geräte deutlich robuster: Mit ihrer Gummi-Armierung halten sie einem Sturz aus mehreren Metern Höhe oder einem Wolkenbruch stand.  guf

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare