Palmzweige in der Sonne

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Vor der evangelischen Kirche trennten sich die Wege der evangelischen und katholischen Christen.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Mit Wohlwollen betrachtete ganz offensichtlich Petrus den ökumenischen Gottesdienst am Palmsonntag auf dem Roten Platz. Trotz zahlreicher dicker Wolken fiel kein Tropfen Regen, ab und zu war sich sogar ein Sonnenstrahl zu sehen. Der beleuchtete dann eine recht bunte Szenerie.

Viele der katholischen Gottesdienstbesucher hatten Buchszweige in der Hand, als Ersatz für die in Zimmern nicht gerade leicht erhältlichen Palmzweige. Links vom Altar, der durch zwei Kreuze - ein schlichtes evangelisches und ein etwas prunkvolleres katholisches - symbolisiert war, standen die Kinder in bunten Farben.

Ihre Palmzweige waren mit Bändern aus glänzenden Stoffen verziert und strahlten regelrecht im seltenen Sonnenschein. Über den Besuch des ökumenischen Gottesdienstes mit so vielen Kindern freuten sich die Pfarrer Michael Fornoff für die evangelische und Christian Rauch für die katholische Kirche.

Die Kinder sprach Fornoff auch ganz gezielt an und fragte, auf welchem Tier Jesus denn am Palmsonntag nach Jerusalem geritten sei. Bibelfest zeigten sich die Kleinen und schlossen Kamel oder Ziege aus. Der Esel, den Rauch auf dem Roten Platz erwartete, traf dann allerdings nicht ein.

Beide Kirchen müssen mehr aufeinander zugehen

Freudig winkten die vielen Kinder mit ihren selbstgebastelten, bunten Palmzweigen beim ökumenischen Gottesdienst auf dem Roten Platz.

Nach der Segnung der Palmzweige und den Teilen des Gottesdienstes, den die christlichen Kirchen gemeinsam vollziehen können, zogen die Gläubigen hinter den beiden Kreuzen her erst zur evangelischen Kirche. Dort spielte der katholische Bläserchor noch ein letztes Mal für beide Konfessionen auf.

Hier trennen sich heute unsere Wege“, sprach Rauch zu seinem Amtskollegen und überreichte ihm eine katholische Bibel. Als Gegengeschenk hielt Fornoff für die katholischen Glaubensbrüder eine Luther-Bibel mit Chagall-Illustrationen bereit.

Einig sind sich die beiden Pfarrer nicht nur beim Bibel-Austausch, sondern im Bewusstsein, dass beide Kirchen noch mehr aufeinander zugehen müssen.

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