Drittes KfB-Regionalprojekt für Langzeitarbeitslose beendet

Pandemie erschwert Re-Integration in Groß-Zimmern

Das dritte Regionalprojekt „Ich lebe und arbeitete in Groß-Zimmern“ endete mit einem Abschlusstreffen im Glöckelchen, bei dem ein insgesamt positives Resümee gezogen wurde.
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Das dritte Regionalprojekt „Ich lebe und arbeitete in Groß-Zimmern“ endete mit einem Abschlusstreffen im Glöckelchen, bei dem ein insgesamt positives Resümee gezogen wurde.

Mit einer Abschlussveranstaltung endete jetzt das Projekt „Ich lebe und arbeite in Groß-Zimmern“ der Kreisagentur für Beschäftigung (KfB) im Glöckelchen. Gemeinsam mit der Projektleitung arbeiteten 16 Teilnehmende – alle langzeitarbeitslos – von Mitte Januar an in den Räumen der Gemeinde an ihrer Rückkehr in den Arbeitsmarkt, fünf von ihnen fanden bereits eine Stelle.

Groß-Zimmern – Dazu befinden sich weitere Absolventen in Bewerbungsverfahren oder haben Möglichkeiten gefunden, sich durch Arbeitsgelegenheiten zum Gemeinwohl, oder durch Praktika wieder langsam in einem beruflichen Alltag zu orientieren.

Zur kleinen Abschlussfeier des dritten in Groß-Zimmern derartigen Projektes fanden sich neben sieben Kursteilnehmern auch Bürgermeister Achim Grimm, Jobcenter-Leiter Roman Gebhardt, Rüdiger Heim als Fachbereichsleiter aus dem Jobcenter und der Projektleiter Aleksander Vukovic im Glöckelchen ein. Ihr gemeinsames Resümee fiel positiv aus.

Seit 2008 werden in Landkreis-Kommunen erfolgreich motivierte und qualifizierte Arbeitssuchende sowie Unternehmer auf der Suche nach qualifiziertem Personal vor Ort unterstützt, um in ihrem Wohnort oder Firmensitz zusammenzukommen. In enger Zusammenarbeit mit der Kommune, dem Gewerbe, Unternehmen vor Ort und dem Jobcenter werden Kontakte und Beziehungen aktiviert und die aufgebauten Netzwerke genutzt, um offene Arbeitsstellen vor Ort zu besetzen.

Projektleiter Vukovic sagte: „Die Teilnehmer bringen ihre Kenntnisse und Netzwerke in das Projekt ein.“ Sie erarbeiteten im Einzel- und Gruppencoaching neue berufliche Perspektiven und entdeckten eigene Stärken und Kompetenzen. Von Letzteren wüssten manche Kursteilnehmer anfangs manchmal gar nichts.

Der Erfolg gibt dem regionalen Arbeitsmarktprojekt vor Ort Recht: „40 bis 50 Prozent der Teilnehmenden finden während oder nach Abschluss des Projektes eine Arbeit“, erläuterte Jobcenter-Chef Gebhardt.

Bürgermeister Grimm, der auch im Sozialausschuss des Landkreises mit Gebhardt zusammenarbeitet und das Projekt von Anbeginn wohlwollend mit dem Bereitstellen der Räumlichkeiten im Glöckelchen unterstützt, lobte, dass kein Teilnehmer etwa wie eine Nummer behandelt werde, sondern jeweils seine individuelle Stärken beachtet und gestärkt würden: „Jeder kann sich hier entwickeln.“

Dies geschah beim dritten Mal mit gehörigen Schwierigkeiten, die der Pandemie geschuldet waren. „Mit manchen Teilnehmern ging ich bei ersten Treffen zunächst einmal spazieren, zu groß war die Angst vor einer Ansteckung im Raum“, erinnert sich der Projektleiter, von Video-Konferenzen und anderen Anfangsschwierigkeiten berichtend. Doch habe man „jeden genommen wie er ist“ und seine Talente herausgekitzelt. Das Ergebnis solle keine schnelle Jobvermittlung, sondern nachhaltiger Transfer in den lokalen Arbeitsmarkt sein. Die dauerhafte Anstellung ist das Ziel.

Aleksander Vukovic erarbeitete sich während des Projektes auch das Vertrauen der Teilnehmer. So war er geradezu stolz auf eine Schulnote „mangelhaft“, die ein Absolvent in einer zwar anonymen Abfrage zum Kursverlauf, dennoch mutig der Position zur Verweildauer vergeben habe. Sieben Monate, so sah es auch der Kursleiter, seien für solch ein Unterfangen zu lang. Aber im besonderen Falle Corona geschuldet, normalerweise laufe das Projekt in vier Monaten ab.

Ansonsten kam nur Lob von den Geschulten. „Die Verbindung zueinander hat uns Teilnehmern viel gebracht“, erklärte eine Teilnehmerin, die zwar immer noch ohne Job, aber dafür mit neuer Hoffnung ist: „Ich habe nun das Gefühl, nicht mehr allein mit meinen Problemen zu sein.“ Eine weitere Teilnehmerin bekundete: „Ich habe mich wohl gefühlt in der Runde. Gemeinsam haben wir in der Gruppe an Problemlösungen gearbeitet. Das tat gut.“

Und so ergänzte auch Jobcenter-Chef Gebhardt: „Es geht hier nicht nur um die Arbeitsmarkt-Situation. Es geht darum, die Leute stark zu machen. Sie sollen sich öffnen und sozial integrieren können.“

Das dritte Regionalprojekt in Groß-Zimmern war das 53. Projekt im Landkreis. Und aufgrund der positiven Entwicklung, der guten Unterstützung durch die Gemeinde und des zufriedenen Feedbacks der Teilnehmenden, wird in unmittelbarem Anschluss Ende September ein weiteres Regionalprojekt in Groß-Zimmern starten. (Von Thomas Meier)

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