Papa in Bildern

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Werner Stokkl ossa (links) eröffnete die Ausstellung.

Groß-Zimmern (ula) ‐ Die Hände am Lenker des Kinderwagens statt am Lenkrad des schnittigen Geschäftsautos – dieses Bild eines Vaters hätte sich vor wenigen Jahrzehnten höchstens an einem sonnigen Sonntag geboten.

Papa - Schürzenheld, Geschäftsmann oder Muskelprotz? Sichtweisen der „Neuen Väter“. 

„Wir Männer sollen als Weicheier die Kinderwagen über die Straße schieben?“, zitierte Werner Stokklossa, Bildungsbeauftragter des evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald, im munteren Zwiegespräch mit der evangelischen Gleichstellungsbeauftragten Erna Macht. Bei der Vernissage im Mehrgenerationenhaus (MGH) zum Thema „Neue Väter“ ging es wortgewandt um Klischees, Sachzwänge und neue gesellschaftliche Entwicklungen. „Tja, wir haben das Ernährermodell gelebt“, meinte Macht. Doch diese einseitige Erziehung durch die (Haus-)frau und Mutter sei nun Schnee von gestern. Mit der Ausstellung „Neue Väter““ widmen sich das Mehrgenerationenhaus und das evangelische Dekanat Entwicklungen der modernen Gesellschaft.

Die Ausstellung im Mehrgenerationenhaus, Otzbergring 1+3, kann montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung besucht werden. Infos unter  06071/618999.

Der Plakatausstellung folgen weitere Veranstaltungen, die in Vorträgen aber auch ganz pragmatisch in Babyzimmern der modernen Vaterrolle nachgehen wollen. „Die Hessenstiftung 'Familie hat Zukunft' hat unter Nachwuchsgrafikern einen Wettbewerb zur neuen Vaterrolle ausgeschrieben“, so Sozialpädagogin Christiane Hucke vom MGH zur aktuellen Ausstellung. Die zehn besten Werke sind an den Wänden der Einrichtung zu sehen. Muskelbepackt-Papas, mit dem Konterfei des Nachwuchses auf dem Bizeps. Ein aktiver multitasking fähiger Vater zwischen Laptop und Wickeltisch. Papi als Ausschneidepüppchen, wahlweise in Küchenschürze oder Anzug – die Grafiker lassen der Phantasie freien Lauf. Die „neuen Väter“, so die Botschaft, wachsen an der Herausforderung, stärker an der Entwicklung ihres Kindes teil zu haben – aber auch im Job zu punkten. „Immerhin nehmen schon 20 Prozent der Väter Elternzeit“, berichtete Macht. Kehrseite der Entwicklung: „Wir Frauen müssen auch etwas abgeben.“

Die Auseinandersetzung mit einem neuen Männerbild setzt sich am Dienstag, 8. Februar, mit einem Vortragsabend „Vaterrolle im Wandel“ um 20 Uhr im Mehrgenerationenhaus fort. Am Samstag, 12. Februar, heißt es ab 16 Uhr in der Gemeindebücherei im Kulturzentrum Glöckelchen: „Mein Papa liest mir vor“.

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