Den Papa einen ganzen Nachmittag für sich

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Väterzeit: In der Gemeindebücherei genossen Kids einen Nachmittag mit ihrem Papa.

Groß-Zimmern (ula) ‐ „Tooor!“ Die Kids rund um den Tischkicker sind begeistert. Einen ganzen Nachmittag lang haben die kleinen Besucher der Gemeindebücherei „ihren“ Papa für sich.

Vorlesen, schmökern, spielen oder süße Waffeln genießen, das Programm kommt riesig an. Zwischen Bücherregalen und Lesesofa herrscht Andrang. Auslöser für das Nachmittagsprojekt „Lesen und spielen mit Papa“ ist einmal mehr das Mehrgenerationenhaus in Kooperation mit dem Dekanat Vorderer Odenwald. Eine ganze Veranstaltungsreihe rund um das Thema „Väter“ beschäftigt sich mit der Rolle des Mannes.

Familienoberhaupt, Geldverdiener, oder Papa in Elternzeit? Wie ist die Rollenverteilung zwischen Paaren, wenn sich Nachwuchs einstellt? „Ich mache das selbe wie meine Frau (außer der Wäsche)“, erklärt Christian Budek, der mit Töchterchen Nele (4) im Pippi-Langstrumpf-Buch schmökert. Seine Frau möchte später wieder an halben Tagen einer Beschäftigung nachgehen, wenn beide Kinder (3 und 4 Jahre alt) etwas älter sind.

Väter-Vortrag war ein Flopp

„Wir teilen uns alles – aber sie ist momentan zu Hause“, erzählt Alexander Eis, Groß- und Einzelhandelskaufmann. Vor zwei Wochen ist er zum dritten Mal Papa geworden. „Ich habe eine gute Arbeitszeit und bin um 16.30 Uhr zu Hause“, statt Sofa ist dann Kinderaktion angesagt.

Das Engagement der Väter in der Gemeindebücherei und die gute Resonanz auf die Veranstaltung bringen Bewegung in die Überlegungen Christiane Huckes vom Mehrgenerationenhaus. „Vielleicht können wir einen Papanachmittag öfter anbieten“, so Hucke. Der Vortrag zum Thema „Väter“ unter der Woche entpuppte sich hingegen zum Flopp. Kein Vater fand den Weg zur Veranstaltung ins Mehrgenerationenhaus. Ob die Papas gerade den Nachwuchs zu Bett brachten?

„Den Haushalt macht meine Frau“

„Die Gute-Nacht-Geschichte ist meine Sache“, postuliert Alexander Eis.Jörg Hengstberger hat wegen seines Berufs als Salesmanager bei einer Bank weniger Zeit für die Familie.

Die knappe Zeit „will ich dann lieber mit den Kindern verbringen“, so der Familienvater, „den Haushalt macht überwiegend meine Frau.“ Samstags hat die Mama einen Teilzeitjob und Oma und Opa übernehmen die Kinderbetreuung der Fünf-, Sechs- und Achtjährigen mit. Anstrengend, aber auch bereichernd sei das Familienleben, so Hengstberger, „manchmal ist der Tag nach der Tagesschau zu Ende.“

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