Ortsgeschichtlicher Rundgang führt zu unterschiedlichen „Brunnen und Kanälen“ in der Gemeinde.

Parfümiertes Wasser in der Bahnstraße

Groß-Zimmern - (guf) Im Juni des Jahres 1900 wandten sich Anwohner im unteren Bereich der Angelstraße mit einer Beschwerde über die Abwassersituation an das Großherzogliche Kreisgesundheitsamt an Dieburg. Sie schrieben: „Das Abwasser vom halben Dorf hat nicht das nötige Gefälle, so dass dasselbe der Gersprenz rasch zugeleitet werden kann, weil es derartig mit Schlamm durchsetzt ist, dass es nicht abfließt.

Dasselbe bleibt vielmehr trotz fleißigen Reinigens vor den Häusern stehen und erzeugt das ganze Jahr hindurch einen Ekel erregenden Anblick und einen höchst widrigen Gestank.“ Rasche Abhilfe gab es jedoch keine. Erst im Laufe der nächsten Zeit wurde ein Teil des Ortes kanalisiert, indem im Bereich Kreuzstraße/Angelstraße durch private Initiative Rohre verlegt wurden, die die Abwässer der Gersprenz zuleiteten. Aber noch fast 30 Jahre später war das Kanalnetz in Groß-Zimmern nicht vollständig. Im Januar 1928 beschwerten sich Anwohner in der Bahnhofstraße darüber, dass ein dort wohnhafter Arzt sein parfümiertes Badewasser in die Straßenrinnen laufen lässt, so dass bei Frost „die Straßenrinnen, das Fußbankett und ein Teil der Straße“ mit Eis bedeckt waren.

„Brunnen und Kanäle“ sind das Thema dies diesjährigen orstgeschichtlichen Rundgangs, den der Kulturverein Glöckelchen und der Odenwaldklub Groß-Zimmern veranstalten. Mit dem Rundgang wird an die Anfänge der Kanalisation in Groß-Zimmern und an die damalige Situation der Trinkwasserversorgung erinnert.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, 23. August, statt. Beginn ist um 14.30 Uhr am Kulturzentrum Glöckelchen.

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