Kinder der Friedensschule planen mit

Pausenhof im Dschungel

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Eine Nestschaukel haben diese beiden Schüler aus Holzstäben, Knete und Flaschenkorken gebaut. Sie hoffen, dass das gewünschte Spielgerät bald auf ihrem Pausenhof stehen wird.

Groß-Zimmern - Einen spannenderen Schulhof wünschen sich die Kinder der Friedensschule, und der könnte in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden. Wenn das alte Schulgebäude in der Wilhelm-Leuschner-Straße 11 fertig saniert ist, wird es den Grundschülern zur Verfügung stehen. Von Ulrike Bernauer

Unterricht wird dort allerdings nicht mehr stattfinden. Hier sollen die Mensa eingerichtet und Räume für die betreuende Grundschule sowie die Ganztagsschule genutzt werden. Im Zuge der Sanierung, die der Landkreis als Schulträger plant, soll auch das Außengelände der Grundschule umgestaltet werden. Dazu durften kürzlich bei einem Projekttag auch die Schüler ihre Ideen und Meinungen beitragen. Am 4. Oktober fand folglich kein Unterricht statt, sondern „Visionen“ wurden gesammelt. Gelernt haben die Schüler dabei allerdings auch eine Menge. Die Ideen wurden aufgeschrieben, gemalt und als Modell gebastelt.

Einige Wünsche werden wohl für immer Visionen bleiben. So hat sich die Klasse 2 a ein Riesenrad mit Menschenantrieb auf die Fahne geschrieben. So mancher Lehrer und wohl auch viele Eltern werden für einen möglichen Matschspielplatz kaum zu begeistern sein. Zweifelhaft ist auch, ob es auf dem Schulhof eine Achterbahn geben wird, und derWunsch nach einem eigenen Schulpferd klingt ebenfalls nicht sonderlich realisierbar. Andere Ideen hingegen werden vermutlich umgesetzt. Konsens war für fast alle Klassen, dass man gerne eine Nestschaukel und eine weitere Schaukel sowie ein Trampolin hätte. Nestschaukel und Bodentrampolin decken sich mit den Vorschlägen der Lehrer, die im Vorfeld aufgefordert waren, ihre Vorstellungen einzubringen. Der Landkreis hatte mit Christine Bierschenk bereits eine Landschaftsarchitektin geschickt, die das Gelände und die bestehenden Spielgeräte aufgenommen hat. Was davon tatsächlich verwirklicht wird, soll am Dienstag, 29. Oktober, vorentschieden werden. Alles kann unmöglich umgesetzt werden, allein die Kinder hatten 44 Vorschläge.

„Es ist schön, dass wir so viele Einflussmöglichkeiten, nicht nur auf die Sanierung und spätere Raumkonzeption des Hauses an der Wilhelm-Leuschner-Straße haben und auch unsere Ideen zum Schulhof einbringen können“, freut sich Schulleiter Axel Pucknat. „Aber das Ganze muss natürlich auch bezahlbar bleiben.“ Ein Drittel der Kosten übernimmt der Kreis, ein Drittel das Land über die „Soziale Stadt“ und ein Drittel muss die Gemeinde beisteuern. Pucknat denkt allerdings nicht nur an den Schulhof und die Umgestaltung des vorderen Gebäudes. Auch am Hauptgebäude müsste vieles getan werden. So reichen beispielsweise die Sanitäranlagen für das Kollegium absolut nicht mehr aus. Auch die Anforderungen durch Inklusion seien kaum zu verwirklichen. „Bei uns kommt ein Rollstuhlfahrer ja nicht einmal ins Erdgeschoss“, so Pucknat.

Für Dienstag, 29. Oktober, um 20 Uhr lädt die Friedensschule nun zu einem öffentlichen Elternabend in die Aula der Grundschule ein. Auf dem Podium werden der Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Christel Fleischmann, der erste Beigeordnete der Gemeinde, Hans Wichman, Tobias Lauer von der Projektwerkstatt „Soziale Stadt“, Landschaftsarchitektin Bierschenk und Jochen Pullmann, Vorsitzender des Fördervereins über den Umbau des alten Schulgebäudes und die Neugestaltung des Schulhofes diskutieren. Die Moderation wird Jugendpfleger Tom Hicking übernehmen.

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