Perspektive für die Straßenbahn

Robert Ahrnt Foto: richter

Auf einem Gipfeltreffen reden der Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt über den Verkehr. Die Verbindung nach Groß-Zimmern ist einer der bevorzugten Varianten. VON SEBASTIAN RICHTER

Darmstadt-Dieburg/Groß-Zimmern – Sie haben viel übereinander geredet. Manchmal auch gegeneinander. Jetzt reden sie miteinander, auf Grundlage der Erkenntnis, dass sie beide Verkehr haben. Sogar ziemlich viel gemeinsamen. Eines der großen Probleme dabei: das Rein und Raus zwischen Land und Oberzentrum. Deshalb haben sich jetzt Vertreter der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg zu einem Verkehrsgipfel getroffen. Weitere sollen folgen. Die ersten Ergebnisse machen Lust auf mehr.

Ausführliche Erläuterungen gaben Darmstadts Oberbürgermeister (OB) Jochen Partsch (Grüne), Kreisverkehrsdezernent Robert Ahrnt (Grüne), Roßdorfs Bürgermeisterin Christel Sprößler (SPD) als Vorsitzende der Bürgermeister-Dienstversammlung im Landkreis sowie Dadina-Geschäftsführer Matthias Altenhein in einem Pressegespräch. Sie repräsentieren einen Teil des Kreises, der zu diesem Gipfel zusammengekommen war. Dazu zählen auch Vertreter der Verbandsversammlung der Verkehrsgesellschaft Dadina, des Städte- und Gemeindebeirats, des Mobilitätsamts Darmstadt, des Amts für Wirtschaft und Stadtentwicklung Darmstadt des Dadina-Fahrgastbeirats, RMV und Heag mobilo

Es hätten gewiss auch noch mehr sein können – Vertreter der 23 Kreiskommunen, Repräsentanten der politischen Kräfte im Kreis, Vereine und Bürgerinitiativen. „Aber wir wollten den Rahmen bewusst klein halten, um schnell Arbeitsergebnisse zu erzielen“, erklärte Ahrnt die Auswahl. „Wir haben vereinbart, dass wir in dieser personellen Besetzung zu weiteren Gipfelgesprächen zusammenkommen“, ergänzte Partsch, „das nächste Mal wohl bereits im ersten Quartal 2020. Für die Information einer weiteren Öffentlichkeit suchen wir noch ein eigenes Format.“

Mit Partschs Antwort auf die Frage, ob auch der motorisierte Individualverkehr ein Thema bei dem ersten Gipfel gewesen ist, ob die Frage einer wie auch immer gearteten Nordostumgehung Darmstadts diskutiert wurden ist, stellte der Darmstädter OB klar, dass er nicht daran denkt, das abgeplante Projekt wieder aufleben zu lassen. Er verdeutlichte damit auch den Themenschwerpunkt des Verkehrsgipfels – und die Marschrichtung: weiterer Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Für Darmstadt und sein Umland scheint dabei der Ausbau des Straßenbahnnetzes die erste Wahl, vorneweg die Straßenbahn nach Groß-Zimmern, für die mit einer Durchbindung bis nach Weiterstadt im Westen des Landkreises zusätzliche Pluspunkte gesammelt werden sollen. Die Stadt Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg haben sich darauf verständigt, für notwendige Planungsleistungen eine gemeinsame GmbH zu gründen und dieser 10 bis 15 Millionen Euro bereitzustellen. „Dann können wir bereits eine Planung vorlegen, falls aus Berlin doch irgendwann einmal grünes Licht für eine Finanzierung kommen sollte.

Darauf hoffen die Beteiligten weiter, wenn auch mit unterschiedlich stark ausgeprägtem Optimismus. Während sich Partsch sicher ist, dass sich die Leitlinien für Kosten-Nutzen-Untersuchungen zugunsten des Straßenbahn-Projekts ändern werden, zeigte sich Ahrnt etwas zurückhaltender. Doch mochte er sich auch nicht darauf festlegen, dass stattdessen am Ende die beteiligten Kommunen und der Landkreis Darmstadt-Dieburg die Baukosten von mindestens 60, eher 100 Millionen Euro finanzieren.

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