Pharaonen, Cheerleader, Sunnyboys

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Die originellen Bartholomäus-Elfchen rissen das närrische Volk wieder einmal zu Begeisterungsstürmen hin.

Groß-Zimmern ‐ „Heut machen wir, was uns gefällt, und lachen aus, die ganze Welt“, das war das Motto von Sitzungspräsident Friedrich Faust für die Zimmerner Pfarrfastnacht. Zum Lachen hatten die Gäste am Samstagabend in der fast ausgebuchten Mehrzweckhalle reichlich Gelegenheit, beispielsweise beim „Protokoller“. Von Ulrike Bernauer

Hans Hix nahm sich die Höhepunkte des Zimmerner katholischen Gemeindelebens vor, Pfarrer Christian Rauch durfte darin nicht fehlen. „Der Pfarrer und seine Gang haben keine Skrupel, mit allen Mitteln für die Orgel zu sammeln.“ Aber Hix vermisste manchmal seinen Pfarrer und sang zusammen mit dem Elferrat: „Wo mag denn nur mein Christian sein?“ Bei der Kirchengaudi war der Pfarrer jedoch sehr präsent. Mit Cowboyhut und Blütenkette um den Hals rief er häufig lautstark „Zugabe!“

Auf die Bühne stieg Rauch mindestens zweimal. Als Sunnyboy Herbert war er zu sehen, braun gebrannt und im blendend weißen Anzug zog er zusammen mit „Täubchen“ Amanda auf die Bühne. Herbert war ein wenig gestresst vom gerade beendeten Ayurveda-Urlaub, bei dem es außer Bachblütentherapie, Bauchtanz, dem Anti-Aging-Intensiv-Bad und der Bioresonanztherapie hauptsächlich Sauerampfer gab. Deshalb stürzte er sich als erstes auf eine Pizza von Nico und genoss zusammen mit „Täubchen Brigitte“, (Elke Till) ein frisch gezapftes Bier.

Lieber den Pappsack als Mann

Ein gesungenes Theaterstück brachten die Dieburger Speeslochfinken vor den Tisch des Elferrates. „Warum werde ich so bestraft, die Jungfrau braucht einen Mann?“ fragten die Herren, die als Pharao samt Harem und mit Heiratskandidaten auf der Bühne erschienen. „Ich bin göttlich, ich bin Jolatetre“, antwortete die Jungfrau, die nach quälenden Überlegungen lieber den Pappsack mit Hormonen als den alternden Eunuchen zum Mann wählte.

Neben diesem singenden Augenschmaus gab es auch recht schnelle Truppen zu bewundern. Die „Black Pearls“ hatten sich in Gardekostüme geschmissen und warfen zu „Dschingis Khan“ die Beine in die Luft. Als Piraten stürmten sie erneut die Bühne und schwangen ihre Säbel.

Katholische Jugend errichtet lebendiges Denkmal auf der Bühne

In die Sechzigerjahre entführten „Desert Roses“ das närrische Volk und zeigten mit Petticoat und schwingenden Röcken viel Bein. Beim Turnen der Mädchen konnten die Zimmerner ganz neue Gesichter sehen. Zwischen drei und acht Jahre jung waren die kleinen Akrobatinnen.

Sandra und Tanja Ihring kalauerten sich als Bappelmäuler durch ihren Auftritt und waren sich für keine Dummheit zu schade.

Die Katholische Jugend errichtete ein Denkmal auf der Bühne, das äußerst lebendig war und so manchen Spaziergänger oder Picknicker erschreckte. Pfarrer Rauch, der diesmal in seiner gewohnten Amtstracht mitspielte, meinte die Stimme Gottes zu hören. Den Spuk des Denkmals beendeten zwei wackere Putzmänner, die die Skulptur mit einem Eimer Wasser reinigten. Der Saal kochte, als die Elfchen auf die Bühne hüpften. In Footballstars und Cheerleader hatten sich die „zarten Körperchen der Elfchen“ verwandelt, so die Ankündigung der zeitweiligen Sitzungspräsidentin Rosemarie Busch-Maiwald. Viel Bauch und Bein zeigte die Truppe und riss ihre Fans zu wahren Begeisterungsstürmen hin.

Weitere Impressionen von der Pfarrfastnacht

Pharaonen, Cheerleader und Sunnyboys bei der Zimmerner Pfarrfastnacht

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