Gut zwei Stunden Lachmuskeltraining für Frauen mit Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer

„Pilatus werden wir ausprobieren“

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Viel zu Lachen hatte das Publikum der Katholischen Frauen mit der Kabarettistin.

Groß-Zimmern - „Meine Lachmuskeln müssen sich jetzt erst mal erholen“, sagte eine der Zuhörerinnen am Ende des Auftritts von Ulrike Böhmer. Von Ulrike Bernauer

Dabei hatte die Kabarettistin unter dem Titel „Baustelle Kirche“ lediglich die alltäglichen Irrungen und Wirrungen im menschlichen Miteinander unter die Lupe genommen. Am Freitagabend begeisterte sie als Erna Schabiewsky im katholischen Gemeindezentrum das überwiegend weibliche Publikum. Die katholische Frauengemeinschaft (KFD) hatte sie zur Feier des 20-jährigen Geburtstages der Vereinigung eingeladen.

Kabarettistin Ulrike Böhmer in Aktion.

Schon das Erscheinungsbild Böhmers war ein Anlass zur Freude. Die nicht gerade schlanke Mittvierzigerin erschien im roten Kostüm auf der Bühne, gekrönt von einem schwarz-weiß-karierten Damenhut. Als sie sich züchtig auf einen Stuhl setzte, rutschte der Rock hoch und zum Vorschein kamen die schwarzen Nylonstrümpfe die unter dem Knie endeten. Ein Entsetzensaufschrei von Böhmer und der Hinweis auf die wenigen Herren im Publikum: „Schauen sie nicht so genau hin!“. Nach erfolglosen Versuchen, den Rock im Sitzen über die Knie zu ziehen, widmete sich die Kabarettistin wieder den wirklich wichtigen Themen des Lebens.

Dem Bibelkreis beispielsweise, den Schabiewsky mit einigen Damen besucht. „Einen Frauenkreis haben wir“, begeistert sich der Kaplan, was Erna lediglich mit einem Brauenhochziehen kommentiert.

Tosenden Beifall erhielt Böhmer für ihre Schilderung, wie der Bibelkreis immer kleiner wird, weil der Kaplan es den Damen recht machen will und in der Bibel „frauenfreundliche“ Stellen wählt.

Strapaziös für die Lachmuskeln war auch die Vorführung von Pilatus, der modernen Gymnastik, die für Böhmer aufgrund ihrer Körperfülle ein wenig schwierig war - und mit der sie auch fast ihr Programm beendete. Deutlich forderte das Publikum eine Zugabe, als Rosemarie Busch-Maiwald und Roswitha Rudolph zum Blumen- und Sektüberreichen die Bühne erklommen.

„Pilatus werden wir im Gedächtnis behalten und wohl auch einmal ausprobieren“, sagte Busch-Maiwald und erntete einen Aufschrei von Erna Schabiewsky, als sie auch die evangelischen Gäste im Publikum begrüßte. „Ja wenn ich das gewusst hätte“, tönte Erna, „ich bin auch sehr für die Ökonomie, äh Ökonomene“. Um sich dann der Zugabe zu widmen, die sich dem Privaten Teil beim Kirchentag widmete.

„Schade, dass es schon rum ist. Ich hätte noch ewig zuhören können“, sagte eine Zuhörerin nach immerhin gut zwei Stunden Programm.

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