Ein Platz für alle - von vielen geschaffen

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Fleißig am Buddeln waren die Kinder, die zahlreich beim Bau des neuen Kinderspielplatzes mithalfen. Und - es bereitete ihnen großes Vergnügen.

Groß-Zimmern - Ganz begeistert und voll des Lobes ist der Architekt und Städteplaner Thomas Heinrich. Er deutet auf eine Reihe aus großen Basaltsteinen, die den zukünftigen Weg auf dem Kinderspielplatz Dresdenerstraße begrenzen wird. Von Ulrike Bernauer

Die Jugendlichen arbeiten wirklich toll, wir werden heute die Begrenzung des Weges fertig bekommen“, freut sich Heinrich, „sehr viel schneller hätte das eine professionelle Firma auch nicht geschafft“. Der Kinderspielplatz Dresdenerstraße, erstes großes Projekt der Sozialen Stadt, nimmt Gestalt an. Der viel gepriesene Weg schlingt sich in weitem Bogen über den Platz und an ihm sitzen und knien nicht nur viele Jugendliche. Auch einige Erwachsene setzen die schweren Granitsteine und im Nachgang sind etliche Helfer damit beschäftigt, die Fugen mit Zement zu verfüllen.

Die Hainbuchenhecken wurden schon beim letzten Arbeitseinsatz gepflanzt und die Rotunde, die später als Sitz- und Kommunikationsplatz dienen soll, ist auch schon fast fertig. Hier sind etliche Männer am Verfugen und das fast fertig gestellte gemauerte Rund sieht sehr professionell aus. Rund 300 Arbeitsstunden stecken in dem Bauwerk, bei dem als große Ausnahme auch eine Firma die Hand mit im Spiel hatte. „Die Rotunde hätten nur ehrenamtliche Helfer nicht allein mauern können, das ist schon für einen guten Maurer eine echte Herausforderung“, erklärt Tobias Lauer von der Sozialen Stadt. Der Projektmanager zeigt sich aber auch überrascht, dass so viele gute Handwerker im Quartier rund um den neuen Spielplatz wohnen, die auch bereit sind, ehrenamtlich und unentgeltlich mit Hand anzu- legen.

Kinder in die Arbeiten mit einbezogen

Rund 100 Menschen haben sich in den zwei Wochen an den Bauarbeiten beteiligt, schätzt Lauer. Viele davon sind Kinder und Frauen. Nicole Weber (32 Jahre) hilft mit, weil ihr Sohn Tobias regelmäßig auf dem Platz spielt. „Ich war auch schon bei der Planung dabei“, erzählt Stefan Ehrenstamm. Der 34-Jährige freut sich über das Gemeinschaftswerk. „Hier sind mehrere Nationen beteiligt, man lernt neue Leute kennen und die Jugendlichen, die mitgeholfen haben, haben eine ganz andere Verantwortung für den Platz“, erklärt Ehrenstamm.

Bastian Scholz ist einer dieser Jugendlichen. Er findet es gut, dass auch die Kinder in die Arbeiten mit einbezogen werden. Die Kinder haben sich Schaufeln geschnappt und modellieren damit einen Erdwall. Sven, Seyda, Nikolai, Sabina und die vielen anderen Kids wohnen meist rund um den Spielplatz und sind ganz begeistert von dem Trubel.

Unterstützung ganz anderer Art - nämlich nahrhafter - gab es auch von mehreren Seiten. Bäckereien und Metzgereien gaben Preisnachlässe, von Geibels gab es Obst und die Kistenwache sponserte Getränke. Groß war der Jubel, als am Freitagnachmittag die Pizzeria Bella Italia Pizza für alle spendete.

Wir werden heute weitgehend fertig“, schätzt Lauer. Der Bauhof wird dann mit schwerem Gerät noch Hand anlegen und beispielsweise den Weg mit einer wassergebundenen Decke versehen.

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