Richtige Entscheidung: „In der Grünen Mitte wären wir bei dem Regen ganz schön abgesoffen“

Platz für Fritz-Walter-Wetter

Der Tanz mit Feuer und Flamme fiel beim Jahrmarkt am Samstagabend nicht ins Wasser. -  Foto: sr

GROSS-ZIMMERN - Eitel Sonnenschein herrschte am Samstag - allerdings nur bis gegen 20 Uhr. Die Besucher des Jahrmarkts der Vereine, der nach jahrelangem Veranstaltungsort von der Grünen Mitte auf den Roten Platz zurückgekehrt war, kamen dennoch in Scharen und auf ihre Kosten. Von Gudrun Fritsch

Konsens: Die Entscheidung zurück in den Ortskern war richtig.

„Töröööt und Tschingdarassa!“, das Fanfarencorps kommt. Die schicke Truppe in ihren blau-gelben Uniformen eröffnete am Samstag den Jahrmarkt der Vereine.

Wer langweilige Märsche befürchtet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Die feschen Musiker, die erst kürzlich Silber bei den Landesmeisterschaften errungen haben, huschten gut gelaunt in flotten Formationen und schwungvoll musizierend durch die Gassen. Nachdem die Bläser von der Kirche zum Glöckelchen und einmal quer durch die „Zimm"ner Stubb“ marschiert waren, ließen sie ihre Instrumente vor dem Rathaus ertönen. Die Bühne dort war allerdings nicht nur für diesen Auftritt zu klein.

Auch die Gymnastik-Mädchen des TV zogen aus Platzgründen einen ebenerdigen Auftritt vor. Diese Publikumsnähe dankten die Zuschauer mit reichlich Applaus. Der Vorsitzende des Vereinsgremiums, Frank Bremer, und Bürgermeister Achim Grimm begrüßten die teilnehmenden Vereine - einige davon sind seit Anbeginn des Jahrmarktes vor 37 Jahren jedes Mal dabei - sowie die zahlreichen Besucher und öffneten zügig das Fass. So floss der Gerstensaft noch vor dem ersten Regen. Wovon es an diesem Abend letzlich mehr gab, lässt sich nicht genau sagen. Aber gewiss ist: weder Regen noch Bier hauen die Zimmerner um und die Spiele der Fußball-EM wurden entweder direkt vor Ort geschaut oder der Markt im Anschluss noch aufgesucht.

So bunt wie die teilnehmenden Vereine war auch das Publikum: vom Baby bis zur Oma, aktive Vereinsleute und interessierte Freunde von nah und fern feierten gemeinsam und ließen zumeist gut beschirmt den Regen Regen sein. Das überwiegend in Eigenregie gestaltete Programm kam gut an und stolz ist man im Ort darauf, dass man ein solches Fest noch alleine gestalten kann. Schließlich neigen Nachbargemeinden wie Dieburg oder Münster dazu, ähnliche Veranstaltungen in professionelle Hände zu verlagern oder sie gar komplett abzusagen. „Wir lassen unseren Markt nicht sterben“, betonte auch Bürgermeister Grimm.

Eine kurze Umfrage auf gutauch gegen Mitternacht gut besuchten Platz bei den Vereinen ergab, dass die meisten den Ortskern bevorzugen.

„Wir sind sehr zufrieden und sowieso wetterfest“, betonte Sascha Linke, Vorsitzender des Anglervereins, und schwärmte vom neuen Produkt, dem Kipperling (eine Dorschart). Beim FSV brachten die Alten Herren des Viehtriebs um diese Zeit noch einmal kräftig Stimmung und viel Publikum an die Bühne in der Kreuzstraße. „In der Grünen Mitte wären wir bei dem Wetter ganz schön abgesoffen“, so Harald Haas vom Vorstand der Fußballer. (Mehr auf Seite 3.)

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