Podiumsdiskussion an der Friedensschule

Eltern und Kinder sollen mitgestalten

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Sieben auf dem Podium (von links): Jochen Pullmann (Schulverein), Landschaftsarchitektin Christine Bierschenk, Tobias Lauer (Projektwerkstatt), Erster Beigeordneter Hans Wichmann, Schuldezernent Christel Fleischmann, Architekt Gerd Dietrich-Rosenbrock und Jugendpfleger Tom Hicking. Schulleiter Axel Pucknat begrüßte die Eltern zur Informationsveranstaltung (rechts).

Groß-Zimmern - Die gute Nachricht zuerst: die Friedensschule wird mit Sicherheit einen spannenderen Schulhof erhalten. Die schlechte Nachricht, es wird noch ein wenig dauern. Von Ulrike Bernauer

Die Viertklässler haben zwar eifrig geplant und Ideen für die Schulhofgestaltung beigesteuert (wir haben berichtet), aber die Umsetzung werden sie nicht mehr an der Grundschule erleben.

„Der Pausenhof an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS), den diese Kinder dann wohl nutzen, ist ja schon erneuert“, sagte Jugendpfleger Tom Hicking tröstend. Er leitete am Dienstagabend in der Aula der Friedensschule eine Informationsveranstaltung zum Thema Schulhofumgestaltung. Nach Lehrern und Schülern sollen nun auch die Eltern informiert und in die Planung einbezogen werden. Auf dem Podium saßen neben Schuldezernent Christel Fleischmann, Architekt Gerd Dietrich-Rosenbrock, Hans Wichmann (Erster Beigeordneter der Gemeinde), Tobias Lauer für die Projektwerkstatt „Soziale Stadt“, Landschaftsarchitektin Christine Bierschenk und Fördervereinsmitglied Jochen Pullmann. Schulleiter Axel Pucknat stellte das Projekt eingangs vor.

„Unser vorrangiges Interesse liegt auf der Sanierung und dem Umbau des vorderen Gebäudes an der Wilhelm-Leuschner-Straße, das der Kreis als Schulträger gekauft hat“, stellte Fleischmann gleich zu Beginn klar. Da die Friedensschule Ganztagsschule werden soll, benötige man eine Mensa sowie Spiel-, Ruhe- und Betreuungsräume. „Wir nähern uns mit den Planungen inzwischen der drei-Millionen-Marke für Umbau und Sanierung“, so Fleischmann.

Wenn der Landkreis allerdings die Sanierung einer Schule beginne, dann führe man die Arbeiten nach Möglichkeit in einem Zug durch. Dazu gehöre auch der Schulhof, der abschnittsweise umgestaltet werden könne. „Wir legen Ihnen keine Steine in den Weg, wenn Sie früher beginnen können. Wir wollen lediglich, dass Sie ihre Planungen mit uns abstimmen“, sagte Fleischmann.

300.000 Euro sind für den Schulhof beantragt. „Wieviel wir davon tatsächlich erhalten, werden wir wohl erst nächstes Jahr wissen“, sagte Hicking. „Dass wir Mittel erhalten, ist sicher.“ Tobias Lauer rechnet damit, dass im Jahr 2015 die Finanzmittel für den Schulhof zur Verfügung stehen werden. Zwei Drittel der Kosten tragen Bund und Land über das Projekt „Soziale Stadt“ und ein Drittel der Kreis. Es bliebe also noch genug Zeit, einen interessanteren Schulhof zu planen. Dass es - wie von vielen Schülern gewünscht - ein Schwimmbad geben wird, hielten alle Beteiligten für mehr als unwahrscheinlich. Auch eine Achterbahn oder ein Matschplatz werden kaum möglich sein. Ein Bolzplatz hingegen, der bei Regen nicht unter Wasser steht, hätte wohl recht gute Chancen.

Jugendpfleger Hicking berichtete von den Schulhofumgestaltungen an der ASS und der Schule im Angelgarten. Beide wurden seinerzeit mit ehrenamtlicher Hilfe umgesetzt. An jeweils einem Wochenende hatten Eltern, Lehrer und Kinder gemeinsam die Initiative ergriffen und dabei riesigen Spaß gehabt. „Da sind Bagger zwischen den arbeitenden Kindern und Eltern gefahren, das war überhaupt kein Problem. Wir hatten nach dem Wochenende noch genau so viele Kinder wie vorher.“ Wichtig sei bei einer solchen Aktion gute Verpflegung, so Hicking mit vielsagendem Blick und Wink zum Schulfördervereinsvorsitzenden Pullmann.

Volker Graulich, Vater eines Zweitklässlers und eines jüngeren Sohnes, ist durchaus bereit, selbst mit anzupacken. „Unser Sohn war mit Eifer bei der Planung dabei. Dass die Eltern beteiligt werden sollen, war mir allerdings neu.“ Auch Beate Gonziarz hat zwei Kinder an der Friedensschule. Sie will sich auf jeden Fall beteiligen, auch wenn der Wunsch ihrer Tochter, einen Whirlpool für die Schule, Vision bleiben wird. Dr. Frank Pelka fand den Abend sehr informativ. Er hofft, dass zwei seiner Kinder von der Umgestaltung profitieren werden, „die befinden sich noch in der Warteschleife. Meine Tochter ist in der ersten Klasse, sie wird nach der Umgestaltung an den neuen Spielgeräten wohl auch noch spielen können.“

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