Pokal ist wertvoller als eine Runde Bier

+
Die Sieger des Jahrgangs 1985/86 mit der begehrten Trophäe.

Groß-Zimmern - „Es gibt Bier, Wasser, Cola und Fanta“, erklärt Marco. Der Achtjährige sitzt mit an der Kasse und gibt Bons aus, keine Bonbons. Kühle Getränke haben die Kerbborschte bei ihrem Fußballturnier bitter nötig. Die Sonne strahlt und zeigt in diesem durchwachsenen Sommer noch einmal, was sie kann. +++Fotostrecke+++Von Ulrike Bernauer

Einerseits optimale Bedingungen, andererseits fließt so am Samstag neben den kühlen Getränken auch der Schweiß in Strömen. Deshalb gibt es so manchen athletischen Oberkörper und auch so manches großflächige Tatoo zu bewundern - und natürlich tolle sportliche Leistungen auf dem grünen Rasen. Denn auch wenn das Motto dieses ganz besonderen Fußballturniers der Spaß ist, so gehen die Mannschaften doch mit viel Ehrgeiz an den Start. Die Kerbborschte 2008 jedoch paaren Siegeswillen mit Spaß und Witz und zeigen dem Gegner vor dem Anpfiff erst mal das nackte Hinterteil.

Impressionen vom Kerbborschte-Fußballturnier

Kerbborschte-Fußballturnier in Zimmern

Insgesamt ein schönes und friedliches Turnier, bei dem es neben viel Ulk auch sportliche Leistungen zu sehen gibt“, meint Ralf Knierieme beim Abschluss. Das Endspiel ist allerdings rein sportlich. Die Gegner, der Jahrgänge 1984/85 und 1985/86 schenken sich nichts. Auch wenn der Kerbvereinsvorsitzende Thomas Beutel vor dem Anpfiff dem Verlierer eine Runde verspricht. Der Pokal zieht offensichtlich mehr.

Das Endspiel bestritten die Fußballer des rot-weißen Jahrgangs 1985/86 und die Grünweißen vom Jahrgang 1984/85.

Mit geringer Verzögerung fängt das letzte Spiel an, wollen doch einige Zuschauer tatsächlich zum Singen der Zimmerner Nationalhymne nicht aufstehen. Der Schiedsrichter, der sich zum Pfeifen für das Endspiel bereit erklärt hat, ist verschwunden und es dauert eine Weile bis unparteiischer Ersatz gefunden ist. Trotzdem klagt Gemeindevorsteherin Katharina Geibel bei der Siegerehrung, dass sie es wieder nicht geschafft habe, rechtzeitig zum Endspiel da zu sein,„obwohl ich von Jahr zu Jahr früher komme“. Verspäteter Anpfiff hin oder her, auf jeden Fall schafft es der Jahrgang 1985/86 die Serie der 1984/85er zu brechen und die Siegesgewohnten auf den zweiten Platz zu verdrängen und den begehrten Pokal mit nach Hause zu nehmen. Erst einmal geht allerdings nach der Siegerehrung mit obligatorischer Sekttaufe einer des Jahrgangs mit dem Pokal durch und dreht eine Ehrenrunde auf dem Platz. Für das Siegerfoto lässt er sich jedoch einfangen. Einige Anmerkungen zum Fußballturnier gibt es auch noch am Rande. „Das ist ein super Turnier und eine riesige Veranstaltung und ich finde es eine Schande, dass manche Jahrgänge nicht mal bis zur Siegerehrung bleiben oder höchstens einen Vertreter schicken“, sagt Marc Feig vom Jahrgang 1977/78. Sein Jahrgang, der immerhin Platz drei erreichte, war der älteste des Turniers. Knierieme bedauert, dass sich die sechziger Jahrgänge inzwischen vollständig vom Turnier verabschiedet haben und aus den siebziger Jahrgängen auch nur noch zwei Mannschaften vertreten sind.

Beutel gibt den Kerbborschte schon mal was für die baldige Kerb mit auf den Weg: „Die Kerbrede ist die wichtigste Veranstaltung des Festes“, erklärt der Vorsitzende, „und ich finde der Kerbvadder, der Mundschenk und das Kerbmädchen haben die Aufmerksamkeit von allen auf dem Platz verdient. Also kurz gesagt, zuhören und Maul halten!“. Ansonsten schürt Beutel die Vorfreude auf die Kerb, die - wie er stolz sagt: „Die einzige Kerb in der ganzen Umgebung ist, die wächst und gedeiht“.

Kommentare