Projekt gekippt

Parlament stimmt ab: Kein Kunstrasen für Groß-Zimmern

Den Gemeindesportplatz in Groß-Zimmern wird bis auf Weiteres echtes Grün zieren. Das Gros der Gemeindevertreter votierte jetzt gegen einen Kunstbelag.
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Den Gemeindesportplatz in Groß-Zimmern wird bis auf Weiteres echtes Grün zieren. Das Gros der Gemeindevertreter votierte jetzt gegen einen Kunstbelag.

Eine knappe Mehrheit der Parlamentarier in Groß-Zimmern hat den Antrag der Grünen-Fraktion auf Beendigung des Projektes „Kunstrasen-Sportplatz“ unterstützt.

Groß-Zimmern – „Es ist noch viel zu klären“, meinte die CDU-Abgeordnete Astrid Geiß bei der Parlamentssitzung am Dienstagabend in der Mehrzweckhalle. Und verwies auf jenen Änderungsbeschlussvorschlag, der zuvor im Sozialausschuss und noch deutlicher im Finanzausschuss auf Antrag ihrer Fraktion verabschiedet worden war: Der Gemeindevorstand soll Kosten und Nutzen von Kunst- und Echtrasen ermitteln und eine ausschussübergreifende Sitzung mit Vertretern von Schulen, Vereinen und Experten sowie einem Vertreter einer anderen Kommune, die bereits einen Kunstrasenplatz betreibt, anberaumen. „Die Sitzung soll zeitnah erfolgen.“ Doch bei der Abstimmung über den letzten Tagesordnungspunkt einer langen Themenliste stimmte eine hauchdünne Mehrheit für den ursprünglichen Antrag der Grünen-Fraktion, die eingestellte Investitionssumme von 800 000 Euro abzuplanen. Mit dem Abstimmungsergebnis von 14 Ja- zu 13 Nein-Stimmen, bei einer Enthaltung, ist das seit zwei Jahren diskutierte Projekt „Kunstrasen-Sportplatz“ damit ad acta gelegt.

Parlamentssitzung Groß-Zimmern: Keine Zukunft für Projekt

Dr. Kerstin Brand erläuterte noch einmal, weshalb ihre Fraktion dem Ganzjahressportplatz keine Zukunft gibt: „Pro Jahr werden 500 Kilogramm Mikroplastik pro Sportplatz in die Umwelt getragen, und dann muss noch nachgestreut werden.“ Ihr Kollege, Grünen-Sprecher Reiner Raab, argumentierte auch „aus betriebswirtschaftlicher Sicht“ für das Aus. Obwohl das Thema schon so lange diskutiert werde, liege noch immer keine Kosten-Nutzen-Rechnung vor. Zudem belaste der Posten den Ergebnishaushalt, provoziere ein Haushaltssicherungskonzept und millionenschwere Folgekosten. Letztlich: Warum solle die Gemeinde den Kunstrasenplatz bauen und nicht die Vereine selbst?

In ZiLi-Vertreter Janek Gola – „ich spreche für mich“ – fanden die Grünen Unterstützung: „Das Thema Mikroplastik gehört der Vergangenheit an.“ Ein Granulatrasen brauche viel Wasser, eine immense Pflege, ziehe hohe Kosten nach sich, „und wir haben keine Ahnung, wie das entsorgt werden soll.“

CDU Groß-Zimmern: Suche nach Alternativen Belägen für Kunstrasenplatz

Die Christdemokraten verteidigten ihre Position: „Mikroplastik lässt sich zum Beispiel durch Kork austauschen“, stellte Andreas Rigatelli in Aussicht. Ein Rasenplatz koste ebenfalls Geld, deshalb sei die Gegenüberstellung sinnvoll. Auch Bürgermeister Achim Grimm (CDU) trat ans Mikrofon und räumte ein, vielleicht habe man sich bisher zu wenig mit alternativen Belägen beschäftigt. Darüber hinaus ist es ihm vor allem ein Anliegen, dass die über 100 Kinder und Jugendlichen aus den Vereinen trainieren können. „Der Gemeindesportplatz ist nur das halbe Jahr bespielbar.“ Die Investition sollten einem die Vereine und das damit verbundenen Ehrenamt wert sein, meinte Grimm. „Deshalb sollten wir jetzt nach Alternativen suchen, dann kann man immer noch entscheiden.“ Raabs Finanzprognose wies der Verwaltungs- chef verärgert zurück: Für ein Haushaltsdefizit sei nicht ein Kunstrasenplatz verantwortlich.

Die Bilanz von Grünen-Politiker Stefan Held zeigt jedoch, dass die Geduld erschöpft war, sich mit dieser Thematik weiter auseinanderzusetzen: „Beim Besuch eines Fachmannes wurden bereits viele unserer Fragen beantwortet.“ Außerdem habe auch schon ein Kostenvergleich der Rasenmodelle vorgelegen. (Sabine Müller)

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