Evangelische und katholische Christen feiern in Groß-Zimmern gemeinsam Fronleichnam

Prozession mit ökumenischer Station

Viele Gläubige begleiten die Fronleichnamsprozession durch Groß-Zimmern. J  Fotos (3): Bernauer

GROSS-ZIMMERN - „Evangelische und katholische Christen in Groß-Zimmern sind bereits bei vielen Gelegenheiten miteinander auf dem Weg“, sagt Georg Blank am Donnerstag vor dem evangelischen Gotteshaus. Von Ulrike Bernauer

Dort macht die Fronleichnamsprozession der katholischen Gemeinde ihre zweite Station. Zur Untermauerung der gelebten Ökumene sprechen evangelische und katholische Gläubige.

„Viele Menschen leiden auch heute noch unter der Trennung der Christen und den unüberwindlich erscheinenden Unterschieden und Gegensätzen“, sagt Erich Rapp von der evangelischen Gemeinde und wünscht: „Lasse sie die Geduld und die Hoffnung nicht verlieren und gib ihnen die Kraft, in ihrem Bemühen auf den Weg zu immer mehr Gemeinsamkeiten nicht nachzulassen.“

Schlicht und einfach ist der Altar vor der evangelischen Kirche, auf den Jutta Moka die Monstranz während der Fürbitten stellt. Lediglich ein Strauß weißer Cosmeen steht als Schmuck darauf, ganz im Gegensatz zu den prächtigen Altären, die die Gläubigen in der Kolpinganlage und vor dem Haus von Elfriede Burger in der Bachgasse empfangen. Bunte Bilder aus vielen tausend Blütenblättern erfreuten nicht nur im Park die Besucher, sondern auch vor dem Eingang zur katholischen Kirche. Für das Bild vor Burgers Haus haben neben der Hausherrin auch die Gymnastikfrauen ihre Gärten geplündert.

Begonnen hatte der Fronleichnamstag mit einem Gottesdienst in der Adolph-Kolping-Anlage. Priester Markus Konrad, Diözesan-Jugendseelsorger in Mainz, schlug in seiner Predigt kritische Töne an. Es gebe viele Fehler in der Kirche und der Gesellschaft, aber jeder Einzelne trage zu den Mißständen bei. Deutlich machte Konrad dies an der aktuellen Diskussion um den Fluglärm. „Viele beschweren sich darüber, legen aber beim Fliegen selber keine Zurückhaltung an den Tag“. Deshalb sollten die schwarzen Flecken nicht nur bei der Institution Kirche gesucht werden, sondern jeder möge in sich gehen.

Nach dem feierlichen Gottesdienst wird die Monstranz beschirmt vom Himmel, einem Stoffbaldachin, von Priester Konrad, Pfarrer Christian Rauch und Gemeindereferentin Jutta Moka durch die Friedhofstraße, die Bachgasse und die Kirchstraße, zur katholischen Kirche getragen. An den Stationen wird der eucharistische Segen von Rauch und Konrad in alle Himmelsrichtungen und über die Gemeinde erteilt.

Ihren Abschluss findet die feierliche Prozession, an der auch die Kommunionkinder, der Bläserchor, der Kirchenchor St. Cäcilia und viele Gläubige teilnehmen, in der katholischen Kirche.

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