Altes Schulhaus wird saniert

Räume für die Mensa erst ab 2015

Die Verzierungen an der Dachunterseite werden denkmalgerecht wieder hergestellt. - Fotos (2): Bernauer

Groß-Zimmern - Die einstige Funktion des Schulhauses in der Wilhelm-Leuschner-Straße 11 sieht man dem Inneren des Gebäudes nicht mehr an. Von Ulrike Bernauer

Kein Wunder, schließlich wurde es vor Jahren von der Gemeinde zu Wohnzwecken umgebaut und zuletzt vom Kreis zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. Nun steht das Gebäude leer und soll der Friedensschule wieder zur Verfügung stehen.

Unterricht wird hier allerdings nicht mehr stattfinden. Die Mensa soll in den Räumen Platz finden, aber das Haus soll endlich auch ausreichend Platz für die Betreuung oder später für die anvisierte Ganztagsschule bieten.

„Die Friedensschule ist diegrößte Grundschule in Groß-Zimmern und wird als erste zur Ganztagsschule umgewandelt“, erklärte Schuldezernent Christel Fleischmann am Montag bei einer Begehung. Wann das genau sein wird, vermochte Fleischmann nicht zu sagen. Man befinde sich derzeit in der Vorplanungsphase für die Sanierung und den Umbau des Gebäudes. Voraussichtlich soll 2014 mit der Sanierung begonnen werden, sodass 2015 der Bau bezogen werden kann. Ursprünglich war man von einer Nutzung in 2104 ausgegangen. Schulleiter Axel Pucknat sagte: „Wir haben uns jetzt darauf eingerichtet, dass sich der Einzug etwas verzögern wird. Es gibt zwar schon jetzt eine Warteliste für die Betreuungsangebote, aber wenn das Gebäude erst Anfang 2015 fertig ist, müssen wir wohl damit leben.“

Im Erdgeschoss soll die Mensa entstehen. „Hier soll nicht selbst gekocht werden. Das Essen wird geliefert“, so der Schuldezernent.

Folglich wird es einen Andienungsbereich geben, der den strengsten Hygienevorschriften entsprechen soll. Schulleiter Pucknat kann sich im Erdgeschoss auch einen „Ankomm-Bereich“ für die Schüler vorstellen. Dort könnten Schulranzen und im Winter auch Schuhe deponiert werden. Ebenfalls im Erdgeschoss soll nach den Wünschen nicht des Schulleiters und des Kollegiums eine Mediathek entstehen.

Im Obergeschoss soll die Betreuung eingerichtet werden. Ein Bewegungsraum, ein weiterer für ruhigere Spiele, ein Kreativsaal zum Malen und Basteln sowie ein Ruheraum sind in der Planung. „Das ist aber alles noch vorläufig“, betonten Schulleiter und Dezernent übereinstimmend. Ein mehr als gewichtiges Wort hat neben dem Denkmalschutz vor allem der Brandschutz mitzureden. Die Sicherheits-Auflagen machen Umbau und Sanierung eines privat genutzten Gebäudes zu einem öffentlichen in der Regel so richtig teuer. 2,85 Millionen Euro sind für die Arbeiten veranschlagt, darin enthalten ist allerdings auch der Kaufpreis. Der Kreis hat die alte Schule von der Gemeinde für 350 000 Euro übernommen.

755 Quadratmeter werden die Schüler nutzen können, mit Dachboden und Keller hat das Gebäude jedoch insgesamt eine Bruttogeschossfläche von 1 300 Quadratmetern, die saniert werden müssen. Den zwei Treppenhäusern muss voraussichtlich noch ein drittes hinzugefügt werden, das dann den beiden anderen, die recht weit auseinander liegen, als Fluchttreppe dient. Fleischmann ist zudem gespannt, was der Brandschutz zum Dachstuhl sagen wird, der allerdings nicht mitgenutzt werden soll. Ein Fahrstuhl soll ebenfalls ein- oder angebaut werden. Im Zuge der Inklusion müssen Schulen für jeden zugänglich sein. Von einem Aufzug im Haupthaus der Friedensschule träumt Schulleiter Punknat noch. „Hier können Rollstuhlfahrer ja noch nicht einmal barierrefrei in das Erdgeschoss gelangen.“ Große Pläne hat das Kollegium nicht nur mit dem künftigen Betreuungsgebäude, sondern auch mit dem Schulhof. „Wir arbeiten mit der Landschaftsarchitektin Christine Bierschenk an einem Gesamtkonzept auch für das Außengelände.“ Auf der Wunschliste steht viel, eine Kletterwand, ein Trampolin, aber auch ein Fußballplatz mit Rasen oder ein Klassenzimmer im Grünen sind verzeichnet.

Schuldezernent Fleischmann will den Umbau in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung durchführen, „natürlich im Rahmen der finanziellen Vorgaben.“

Pucknat ist mit der bisherigen Zusammenarbeit mit dem Projektleiter des Dadi-Werks Gerd Dietrich-Rosenbrock und dem Bauleiter Karl Gaydoul sehr zufrieden. Die Planung soll aber noch auf breitere Füße gestellt werden. Einbezogen wurden Jugendpfleger Tom Hicking und der Leiter der Sozialen Stadt Tobias Lauer. Auch Schüler und Eltern sollen mitsprechen können.

Für Dienstag, 29. Oktober, lädt die Schule zu einem offenen Elternabend um 20 Uhr in die Aula ein. An diesem Abend soll die Vorplanung vorgestellt werden. „Wir erhoffen uns möglichst viele Ideen“, so Pucknat.

Der Schulleiter freut sich auf die Zeit, wenn er endlich mal wieder Platz in seinem Schulgebäude hat. Für die Betreuung wurden beispielsweise der Ruheraum und die Werkstatt im Unterrichtsgebäude geschlossen, die sollen wieder reaktiviert werden. Schuldezernent Fleischmann freut sich nicht nur über den deutlichen Platzgewinn der Grundschule, sondern auch über ein schönes Gebäude, dass von außen wieder ein Schmuckstück nach den Maßstäben des Denkmalschutzes werden soll.

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