Vom Rasen auf die Schiffsplanken

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Mit im Boot war natürlich der Viehtrieb. Die AH-Piraten überzeugten mit Seemannsliedern.

Groß-Zimmern ‐ Zahlreiche Piraten, Matrosen und Hexen des FSV Groß-Zimmern kaperten am Freitagabend die Athletenhalle und verwandelten diese für einen Abend in ein heiteres Narrenschiff. Die Akteure auf der Bühne versprühten dabei viel Frohsinn und Klamauk, der recht schnell auf die Narren, in der nicht ausverkauften Halle übersprang. Von Hans Wejwoda

Wie es inzwischen beim FSV Tradition ist, führte Stephan Berno locker und witzig durch das vierstündige Programm, das vor allem von viel Musik und flotten Tanzdarbietungen lebte. Obwohl von Beginn an Partystimmung herrschte, fanden die drei Büttenredner aus der näheren Umgebung Groß-Zimmerns Gehör und ernteten viel Applaus. Den Anfang machte der Semder Ricki Heb, der als Hausmeister einen Einblick in die Multi-Kulti-Gesellschaft gab. Er verpasste so manchem Mitbürger den ein oder anderen Seitenhieb. Dabei vergaß er weder die korrupten Mafia-Bosse noch die Drogendealer, die auf dem Balkon das ein oder andere Opiumpflänzchen züchten. Kleine Sexgeschichten waren auch dabei und so witzelte sich Heb beim dankbaren Publikum gekonnt von einem Applaus zum nächsten.

Als absoluter Profi in der Bütt erwies sich der Richer Volksschauspieler Peter Storck. Mit perfekter Mimik und astreiner Darstellung schlüpfte er in die Rolle des Hausmannes. Dabei trat er immer wieder mal in eines der zahlreich bereitstehenden Fettnäpfchen, was das Publikum nach gelungenen Pointen mit schallendem Gelächter belohnte. Über das Feindgebiet Spachbrücken hinweg kam der Reinheimer Spaßvogel Helmut Späth „mit soim Schermsche uff em Ärmsche“ munter und fidel im Narrenschiff Athletenhalle an.

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Piraten kapern den FSV in der Athletenhalle

Dort erteilte er den Gästen zunächst einen kleinen Sprachkurs. Dann erzählte er von blutigen Erlebnissen in der Zimmerner Metzgerei Bach und zog die Narren in der Halle immer wieder in seine von viel Humor und Witz geprägte Rede mit ein. Das wurde am Ende so gut angenommen, dass er eine Zugabe notwendig war.

Zwischendurch wirbelten immer wieder hübsche Mädchenbeine über die Bretter des Piratenschiffes. Den Anfang machte die Prinzengarde des Carnevalvereins Babenhausen zu dem Hit „I can't get no satisfaction“. Seit einigen Jahren ist auch die Gardetanzgruppe „El Martes“ des TV Groß-Zimmer (unter der Leitung von Karina Gruber) beim FSV-Kappenabend mit dabei. Auch in diesem Jahr zeigte die elfköpfige Gruppe wieder mit zahlreichen beeindruckenden Schrittkombinationen und Hebefiguren ihr Können. Nicht fehlen dürfen natürlich die „Puppets ohne String“, die als gruselige Hexen den Besen schwingen ließen und wie die anderen Tanzgruppen um eine Zugabe nicht herumkamen.

„Zimmner Blut iss koa Buttermilch“

In die Phalanx der Frauen drang die Tanzgruppe Bernhard (Aktive Fußballer) mit einer erotischen Aerobicvorführung ein und sorgte mit ihrem Auftritt für eine tänzerische Abwechslung, die sich als besonderer Hingucker erwies.

Den musikalischen Teil eröffnete Georgi Herzog, der als Entertainer zahlreiche Ohrwürmer wie das Fliegerlied mitgebracht hatte und zuletzt mit dem Stern, der viele Namen trug, die Herzen der Narren komplett eroberte.

„Zimmner Blut iss koa Buttermilch“, das war nur eines von vielen bekannten Liedern, die das Zimmerner Duo Otto und Otto zum besten gaben. Mit Liedern von Elvis überzeugte Alleinunterhalter Thorsten Schmitz und zum Abschluss eroberten die Piraten des AH-Viehtriebs mit Gassenhauern und Seemannsliedern musikalisch das Narrenschiff und leiteten so das stimmungsvolle Finale eines wieder mal sehr gelungenen Kappenabends ein.

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