Rathaus-Sanierung in Groß-Zimmern: Rohbau ist abgeschlossen / Künftig mehr Platz und Licht

Wiedereinzug für August geplant

Bei einer Besichtigung zusammen mit Bauamtsleiter Klaus Keller hat sich Zimmerns Bürgermeister Achim Grimm von den Fortschritten der Rathaussanierung überzeugt – und ist zufrieden: Man liege im Zeitplan und könne voraussichtlich im August aus dem Provisorium an der Justus-Liebig-Straße ausziehen und wieder den angestammten, dann rundumerneuerten Verwaltungssitz beziehen.

An der Fassade des sanierten Rathauses gibt es keine Balkone mehr, dafür mehr Platz im Inneren.

„Etliche Mitarbeiter werden sich freuen, wenn sie realisieren, wie viel Platz sie dann haben“, vermutet Grimm. Auch er wird von mehr Raum profitieren, teilt er sich doch aktuell ein kleines Zimmer mit seiner Vorzimmerdame Jasmin Hübner. Sein neues Büro mit Blick auf den Rathausplatz ist dann so groß, dass auch der Gemeindevorstand dort tagen kann. Manches Zimmer wird tatsächlich größer werden, unter anderem weil an der Fassade zum Rathausplatz die Balkone entfernt wurden, und der Platz den Räumen zugeschlagen worden ist. Der Hauptgrund, die Fassade umzugestalten, war allerdings die energetische Seite. 265 Quadratmeter sind auf diese Weise sowie durch das neue Treppenhaus hinzugekommen; insgesamt hat das sanierte Rathaus dann eine Nutzfläche von rund 2 000 Quadratmetern.

Der Zeitplan wurde bisher eingehalten – der Kostenplan nicht ganz. Nach ursprünglichen Schätzungen von 9 Millionen Euro ist man jetzt bei 9,4 Millionen Euro angekommen. Wobei der Bürgermeister betont, dass die 9 Millionen eine grobe Schätzung war, die eigentlich nie so zu halten sei. „Aber die erste Zahl, die genannt wird, bleibt immer im Gedächtnis“, sagt Grimm, der sich trotz der Mehrkosten zufrieden zeigt. Spannend werde es bei den weiteren Ausschreibungen, wenn die Zahlen der Firmen eintreffen. „Für eine Baumaßnahme dieser Größenordnung ist das fast eine Punktlandung“, erläutert Bauamtsleiter Keller.

Auf der Baustelle ist es wuselig. Zahlreiche Handwerker von ebenso zahlreichen Gewerken sind tatkräftig zugange. „Die Trockenbaufirmen sind in sehr großer Mannstärke vor Ort“, sagt Keller, „auch von der Haustechnik sind fast alle Gewerke wie Elektro, Heizung, Sanitär, Lüftung und Gebäudeautomation da.“ Der Dachdecker kümmert sich noch um restliche Abdichtungsarbeiten. „Sechs, sieben Firmen sind aktuell vor Ort“. Der Rohbau ist abgeschlossen, wobei es sich dabei im Wesentlichen um das neue Treppenhaus, in dem auch der Aufzug angesiedelt ist, handelt. Die Fassade ist soweit fertiggestellt, lediglich die Außenfassade fehlt noch.

Da es sich bei der Sanierung um keinen Neubau handelt, bleibt für die Mitarbeiter und die Bürger, die das Rathaus aufsuchen, bei der Raumverteilung das meiste beim Alten. Das Bürgerbüro ist an seinem alten Platz angesiedelt, ebenso wie der kleine Sitzungssaal, und das Ordnungsamt bleibt auch im Erdgeschoss. Obwohl es nun einen neuen Aufzug geben wird, der auch Rollstuhlfahrer transportieren kann, bleiben die publikumsträchtigsten Abteilungen ebenerdig.

Die Hauptverwaltung hat allerdings mit der Finanzverwaltung getauscht: letztere ist in den ersten Stock gezogen, das Hauptamt in den zweiten. Die Kasse hingegen ist in den ersten Stock gewandert; neu ist dort ein Fenster auf den Flur, sodass Besucher das Zimmer gar nicht mehr betreten müssen. Weil generell mehr Fenster eingebaut wurden, sind viele Räume im Gebäude nun heller. Dazu zählt der kleine Sitzungssaal, der allerdings nun auch eine Fensteraussparung an der nördlichen Wand hat, damit auf einer fest installierten Leinwand besser Präsentationen gezeigt werden können. Neben dem kleinen Sitzungssaal gibt es nun eine Behindertentoilette. Auch der große Sitzungssaal im dritten Stock, früher ein dunkles Loch, hat nun hohe schmale Fenster, von denen man auf die evangelische Kirche schauen kann.

Die Möblierung – nicht nur für den Sitzungssaal, sondern für das gesamte Rathaus – soll demnächst ausgesucht und bestellt werden. Orangefarben für den Saal wird sie voraussichtlich nicht werden, obwohl Grimm die alte Bestuhlung lobt: „Das ist noch die Erstausstattung, die immerhin so lange gehalten hat.“ Allerdings lacht er auch über den Zustand des einen oder anderen Sitzmöbels. „Für manchen Kommunalpolitiker müssen einige Sitzungen so spannend gewesen sein, dass sie die Armlehne aufgekratzt haben.“ Die Möblierung des Rathauses wurde teilweise ins Provisorium mitgenommen; sollten davon noch Tische oder Schränke brauchbar sein, wird dieses Mobiliar auch wieder ins sanierte Rathaus zurückziehen.
Sehenswert ist auch der Aufbau auf dem Dach des Gebäudes: In dem Alukasten von der Größe eines kleinen Einfamilienhauses befindet sich die Technik für die Lüftung.

Von Agnes Badener

Rubriklistenbild: © Agnes Badener

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