Reden zur Kunjunkturpolitik und unterhaltsames Beisammensein

Groß-Zimmern - (bea) Dramatisch verschlechtert habe sich die Kurzarbeit-Situation in den Bereichen Chemie und Energie. Das berichtete Jens Frank, Vorsitzender der Ortsgruppe der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) Groß-Zimmern, Reinheim und Roßdorf, auf dem Frühjahrsempfang am Sonntag im Glöckelchen.

Hatten im Januar 2008 noch 46 Betriebe für 351 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, so waren es in diesem Jahr 166 Betriebe mit 4 653 Mitarbeitern.

Der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Dieter Emig befasste sich auf dem Gewerkschafts-Empfang mit den Konjunkturprogrammen von Land und Bund und deren Auswirkungen auf die Gemeinden. Grundsätzlich begrüßte Emig die Programme, zeigte aber einige Schwachpunkte auf.

So seien viele Kommunen ebenso wie der Kreis von den zeitlichen Vorgaben überfordert, zudem seien die Vergaberichtlinien teilweise außer Kraft gesetzt worden.

Emig befürchtet Preissteigerungen im Bausektor, erhofft sich aber Impulse für die mittelständische heimische Wirtschaft und eine positive Auswirkung auf die Beschäftigungslage. „Die Krise ist größer als manche denken“, erklärte er, „an der Art und Weise wie Bund und Länder das handhaben, kann man den Ernst der Lage erkennen“.

Bürgermeister Achim Grimm informierte die Gewerkschafter über das Projekt „soziale Stadt“, das in Groß-Zimmern begonnen hat. Die Jugendbeauftragte der IGBCE-Ortsgruppe, Marion Hackenthal, befasste sich mit dem „Gute-Arbeit-Index“. Hier seien die Ergebnisse bedenklich. Bei der letzten Erhebung hätte nur ein Sechstel der Befragten ihre Arbeit als gut eingeschätzt, ein Drittel hingegen als schlecht. Ebenfalls ein Drittel der Arbeitnehmer habe außerdem angegeben, dass sie damit rechneten, aus gesundheitlichen Gründen schon vor dem Rentenalter aus dem Berufsleben ausscheiden zu müssen.

Musikalisch umrahmte Michael Heil das gewerkschaftliche Frühjahrsprogramm, bei dem neben politischen Reden auch geselliges Beisammensein angesagt war.

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