Ein Dutzend Ehrenamtlicher wird sechs Jahre gestalten.

Am Reformationstag wurde neuer Kirchenvorstand begrüßt

+
Die beiden Pfarrer mit dem alten und dem neuen evangelischen Kirchenvorstand

Groß-Zimmern (ula) ‐ Am Reformationstag hatte die evangelische Kirchengemeinde gleich mehrere Gründe, unter dem Dach des Gotteshauses gemeinsam zu feiern.

„Martin Luther entdeckte in einer Zeit als sich die Menschen die Sündervergebung erkaufen mussten, dass Gott gnädig ist, immer, da man ihn einfach annehmen muss“, sagte Pfarrer Michael Fornoff. Nicht nur der große Kirchenreformator stand zum Festgottesdienst im Zentrum der Aufmerksamkeit. Gemeinsam begrüßten Fornoff und sein Kollege Michael Merbitz-Zahradnik den neuen Kirchenvorstand.

Ein Dutzend Ehrenamtlicher wird in den kommenden sechs Jahren die vielfältigen Aufgaben rund um die evangelische Kirchengemeinde regeln. Der scheidende Kirchenvorstand wurde im Festgottesdienst verabschiedet, an dem Posauenenchor, Kantor und Kirchenchor musikalisch mitwirkten. Claus Bley, Harm Kohne, Markus Psczolla und Wolfgang Pochtler hatten sich sechs Jahre lang im Ehrenamt für ihre Kirche eingebracht.

Mit einer Wahlbeteiligung von 26 Prozent hatten die wahlberechtigten Gemeindemitglieder per Briefwahl über die Zusammensetzung des neuen Kirchenvorstands entschieden, der nun seine Arbeit aufnimmt. Ein bunter Mix junger und älterer Männer und Frauen, erfahrener Kirchenvorständler und neuer Mitstreiter wird künftig für die Gemeinde im Einsatz sein: Manfred Dirscherl, Dieter Frank, Christina Hergenröther, Manfred Kühn, Heidi List, Andrea Malbrich, Dieter Ohl, Johannes Pächter, Georg Pullmann, Jochen Pullmann, Erich Rapp und Brigitte Tesch bilden das Gremium.

Mit 18 Jahren Kirchenvorstandsarbeit ist Erich Rapp das erfahrenste Ross in diesem Gespann: „Ich habe mich dieser Kirche schon immer verbunden gefühlt“, berichtet der Groß-Zimmerner. Christina Hergenröther ist mit 34 Jahren Vertreterin einer jüngeren Generation und erstmals im Team. Für sie ging ein Kindheitstraum in Erfüllung: „Ich fand es immer eine Ehre, im Kirchenvorstand tätig zu sein.“ Sie will sich dafür einsetzen, wieder mehr Menschen den Weg in die Kirchengemeinde zu zeigen. Die Jüngsten liegen Brigitte Tesch besonders am Herzen, zumal sie seit rund sechs Jahren kommissarisch für den Kirchenvorstand im Kindergartenausschuss sitzt. Diese Rolle möchte sie auch weiterhin übernehmen.

„Die Kirche soll jungen Menschen eine Heimat bieten“, ist die Maxime von Andrea Malbrich, die das Abwandern Jugendlicher nach der Konfirmation mit attraktiven Angeboten verhindern möchte. Manfred Dirscherl ist in das Amt förmlich hineingewachsen: „Meine Eltern waren hier schon aktiv. Ich möchte mich bei meiner Arbeit besonders den sozialen Dingen widmen.“ Die größte Herausforderung der Zukunft liegt „in der Veränderung der Gesellschaft“, sagte Pfarrer Fornoff. „Wir haben einen Generationenwechsel, die Kriegsgeneration stirbt allmählich aus“, so das Bild des Pfarrers. „Wir müssen eine neue Mitte finden.“ Wenn wieder mehr jüngere Menschen Kirche als Heimat entdecken und die Nähe zu Gott suchen wird der 31. Oktober vielleicht wieder als Reformationstag in den Vordergrund rücken. „Viele sagen zu dem Tag inzwischen nur noch Halloween, das seit 835 als keltisch-angelsächsisches Fest 'Samhai' zur Vertreibung der Geister gefeiert wurde“, erläuterte der Pfarrer.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare