Reformen bei der Feuerwehr

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Die jüngste Wahl bei den Zimmerner Blauröcken ergab Klarheit: James Bennett (2. v. l.) bleibt Gemeindebrandinspektor. Marcus Paschke (2. v. r.) ist stellvertretender Gemeindebrandinspektor und Marcel Goeden stellvertretender Wehrführer (r.). Bürgermeister Achim Grimm gratulierte. Foto: Just

Groß-Zimmern (mj) - James Bennett heißt der alte und neue Gemeindebrandinspektor. Der Klein-Zimmner wurde im Rahmen der Hauptversammlung der aktiven Feuerwehrmänner von Groß- und Klein-Zimmern von 58 anwesenden Stimmberechtigten mit 46 mal Ja, sieben mal Nein und fünf Enthaltungen gewählt.

Die Wahl war nicht der erste Versuch, den Gemeindebrandinspektor zu bestimmen: Bereits Ende März fand eine Hauptversammlung statt, bei der Bennett wie jetzt auch als einziger Kandidat antrat und in seinem Amt bestätigt wurde.

Die Wahl fiel jedoch äußerst denkwürdig aus: Zwar erreichte er 52 Prozent der Stimmen, was zum Weitermachen gereicht hätte. Doch dass ihm nur die Hälfte der Kameraden das Vertrauen aussprachen, war Bennett zu wenig, weshalb er die Wahl nicht annahm.

In den letzten Wochen übernahm der Klein-Zimmner Wehrführer Markus Geßner bis zu einem erneuten Wahltermin kommissarisch die Aufgabe des Gemeindebrandinspektors. Die mangelnde Rückendeckung für Bennett ließ sich auf diverse organisatorische Fragen innerhalb der Wehr zurückführen, deren Klärungsbedarf aber nicht die Einsatzbereitschaft betraf oder beeinflusste.

Transparente Strukturen schaffen

Tobias Lang, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der lokalen Blauröcke, sieht jene Fragen nicht als außergewöhnlich: „Mit rund 75 Aktiven ist die Feuerwehr die größte Organisationen in der Gemeinde. Wie in einer mittelgroßen Firma verlangt das nach transparenten Strukturen sowie Stellen- und Funktionsbeschreibungen, die eindeutig sein müssen“, erklärt er.

Nach der ersten missglückten Wahl hatte die Einsatzabteilung Stillschweigen über die internen Unstimmigkeiten bewahrt. Nach dem zweiten erfolgreicheren Versuch war nun mehr zu erfahren: „Es braucht mehr Kompetenzen in der Mannschaft, das motiviert die Leute. Mehr Rechte bedeuten aber auch mehr Pflichten“, sagte ein Aktiver.

Dass es zu einem Konsens kam, ist nicht unwesentlich Bürgermeister Achim Grimm zu verdanken. Wohlwissend um die Bedeutung der Geschlossenheit in der Truppe nahm er sich dem Problem umgehend an. In zwei Sitzungen im Rathaus und diversen Einzelgesprächen führte er eine Lösung herbei, die er bei der jüngsten Hauptversammlung so beschrieb: „Wir sind jetzt in einen Prozess eingetreten. In diesem Fall kann man die Dinge nicht von heute auf morgen verändern“, sagte er mit Blick auf ein Organigramm, das auf den Weg gebracht wurde und das mittelfristig greifen soll. Als Ergebnis hieraus werden zukünftig umfangreiche Reformen in der Verwaltung der Feuerwehr auf den Weg gebracht. So sollen die jeweiligen Abteilungen mehr Verantwortung haben und dadurch die ehrenamtliche Feuerwehrführung entlastet werden.

Neuer Wehrführer gefunden

Bei der Versammlung wurde auch ein neuer stellvertretender Gemeindebrandinspektor und ein neuer stellvertretender Wehrfüher für Groß Zimmern gesucht. Diese Ämter begleiten fortan Marcus Paschke und Marcel Goeden.

Zur Versammlung hatte Grimm als außerordentlichen Tagesordnungspunkt noch einen weiteren Gast mitgebracht: Den stellvertretenden Dienststellenleiter der Polizeistation Dieburg Rüdiger Funck. Wie Grimm dankte auch er der Truppe für ihre nächtliche Einsatzbereitschaft bezüglich der jüngsten Brandanschläge, die durch Qualität und Menge mittlerweile an die Substanz gingen und zu einer inneren Unruhe in der Gemeinde führten. Mittlerweile sei das LKA eingeschaltet, erklärte Funck.

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