Obst und andere Kulturen brauchen Sonne und Wärme

Regen: Bald geht’s ans Eingemachte

Franziska und Ludwig Geibel inspizieren die Kirschen. Erste Röte zeigt sich bei den Früchten. Noch platzen sie trotz des vielen Wassers nicht. Sollte es weiter regnen, könnte das aber zum Problem werden. - Fotos (3): Bernauer

Klein-Zimmern - Es regnet aller Orten, die Bäche und Flüsse führen sehr viel Wasser und alle hoffen, dass der Dauerregen endlich aufhört, dass wärmere Temperaturen einkehren und die Sonne wieder scheint. Von Ulrike Bernauer

Was für die einen nur ärgerlich ist und sie in ihren Freizeitaktivitäten stört, kann für andere zur Existenzbedrohung werden.

Dazu gehören die landwirtschaftlichen Betriebe, die je nachdem, was sie anbauen, mal mehr, mal weniger stark unter dem kalten und nassen Wetter leiden. Mit der Spargelernte hat nicht nur Thomas Schaffer vom Klein-Zimmerner Birkenhof später begonnen als üblich. Zwei bis drei Wochen sind alle Spargelbauern der Region in der Zeit zurück. „Es gibt dieses Jahr einfach nicht so viel, die Witterung ist immer noch zu kalt“, sagt Schaffer.

Bei anderen Kulturen ist der Wettereinfluss ebenfalls zu spüren. „Die Kürbisse kommen nicht in die Gänge“, berichtet Schaffer. Dem Weizen hingegen mache die Witterung bis jetzt noch nichts aus“. Sorgen macht dem Landwirt hingegen, dass er die Felder kaum mit Maschinen bearbeiten kann, sie sind einfach zu nass.

Sorgen bereiten sowohl Schaffer als auch dem Obstbaubetrieb Geibel die Erdbeeren. „Normalerweise fangen wir mit der Ernte zwischen dem 10. und 15. Mai an, um den 20. bis 25 Mai sind wir voll drin“, sagt Katharina Geibel. Dieses Jahr wurden erst Ende Mai die ersten roten Früchte geerntet.

Die Erdbeeren sind nicht nur später reif, Geibels befürchten auch zunehmend Pilzkrankheiten. „Glücklicherweise war es noch kalt, da breiten sich auch die Pilze nicht so aus“, sagt Ludwig Geibel, der auf dem Erdbeerfeld dann doch einige Früchte findet, die noch grün sind und doch schon anfangen zu faulen.

Auch eine weitere Frucht macht den Obstbauern Sorgen: Die Kirschen beginnen bereits zu fallen. „Ihnen fehlt das Licht und die Sonne.“ Zudem sind viele Früchte recht klein. „Die fallen alle noch ab und entwickeln sich nicht mehr zu normalen Kirschen“, erklärt Tochter Franziska Geibel, ebenfalls Obstbaugärtnerin.

Den Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren macht das feuchtkühle Wetter hingegen wenig aus, sie wachsen wild eher im Halbschatten und benötigen auch nicht so viel Sonne.

Auch Geibels können kaum auf ihre Felder. „Wenn man mit dem Traktor auf das Feld fährt, bleibt man entweder stecken oder verdichtet die Erde“, so Franziska Geibel.

Ein weiteres Problem für die Bauern ist die Beschäftigung der Saisonarbeiter. Die haben zum Teil feste Zeiten, zu denen sie hier verweilen, und auch garantierte Arbeitsstunden, damit sich der harte Job in Deutschland für sie überhaupt lohnt. Die Landarbeiter haben nun zum Teil die Himbeeren gehackt und von Unkraut befreit, was überhaupt nicht üblich ist. „Aber da die Leute keine Erdbeeren ernten können und auch andere Arbeiten kaum möglich sind, versuchen wir so, sie zu beschäftigen“, erklärt Ludwig Geibel.

Auch Pflanzarbeiten sind witterungsbedingt unmöglich. Geibels wollten ein neues Erdbeerfeld anlegen. Da man aber die Maschinen nicht nutzen kann, liegen die jungen Pflanzen noch im Kühlhaus. „Wir brauchen endlich mehr Wärme und vor allen Dingen Sonne“, ist der gemeinsame Stoßseufzer von Geibels und Schaffers.

In den kann auch Jörg Dressel einstimmen, auch wenn sich bei seinen landwirtschaftlichen Früchten das schlechte Wetter noch nicht so stark bemerkbar macht. „Die Böden speichern das Wasser, das hat auch Vorteile.“ Seine Kartoffeln, der Mais, das Getreide und die Zuckerrüben gedeihen noch gut, auch wenn sie nach dem langen Winter zwei bis drei Wochen im Wachstum zurück sind. „Ich sehe im Moment noch keine Probleme, aber die nächsten Wochen sollten schon einfach wärmer werden“, so sein Wunsch.

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