Mit Regenmesser und Kressegarten

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Eine Wetterstation mit Temperatur-, Luftfeuchtigkeits- und Druckmesser erklärt der elfjährige Marvin seiner kleinen Schwester Kim.

Groß-Zimmern (bea) ‐ „Heute ist es 16 Grad warm und wir haben eine Luftfeuchtigkeit von 44 Prozent“, erklärt Marvin. Der Elfjährige wird in dieser Woche im Jugendzentrum (JuZ) zum Wetterexperten. „Wetter und Umwelt“ unter diesem Motto lernen und spielen derzeit 25 Kinder bei den Ferienspielen.

Hauptsächlich jüngere Kinder haben sich zu diesem Thema angemeldet, Marvin ist mit seinen elf Jahren mit Abstand der älteste. Deshalb geht es auch ganz praktisch zur Sache.

Um eine Schüssel mit Sand sind einige Kinder geschart. In die betten sie eine aufgeschnittene Plastikflasche mit der Öffnung nach oben. Fertig ist der Regenmesser.

Dann kommen da noch Striche drauf und man kann ablesen, wie viel es geregnet hat“, erklärt Nicki. Wobei dieser selbstgebaute Regenmesser noch recht simpel ist.

Klimawandel und Treibhauseffekt für Jugendliche ein Begriff

Aber auf dem Gelände befindet sich tatsächlich auch ein professioneller Regenmesser mit den Strichen, von denen Nicki gesprochen hat. Die Kinder sollen jedoch auch erfahren, wie man sich mit relativ einfachen Mitteln helfen kann. Marvin überquert das Außengelände, zeigt das Thermometer im Schatten und in der Sonne, das Hygrometer für die Bestimmung der Luftfeuchtigkeit und das Luftdruckmessgerät. Im Gepäck hat er sein Aufzeichnungsblatt, darauf werden täglich die Werte für genau eingetragen. „Einen Regenmesser hat meine Oma auch“, erzählt der Griesheimer, der mit seiner Schwester Kim (6) die Ferien bei den Großeltern in Groß-Zimmern verbringt.

Mit einem Film sind die Kinder in das Thema eingestiegen. Betreuer Markus Psczolla war erstaunt, wie viele Vorkenntnisse bei einigen vorhanden waren. „Das Wort Klimawandel oder Treibhauseffekt ist für viele hier durchaus kein Fremdwort“, so der Jugendpfleger. Zweigleisig wird in dieser Woche gefahren. Neben dem Wetter steht das Thema Umwelt auf dem Programm. Nach dem Mittagessen haben die Kinder deshalb schon am ersten Tag ein kleines Kressegärtchen angelegt. In eine runde Plastikschale drückt Dalia Watte, die sie dann mit Wasser befeuchtet. Darauf werden Kressesamen gestreut, die dann noch ein wenig Wasser von oben erhalten. Auf der Fensterbank stehen ganz viele Schälchen in der Sonne. „Wir hoffen, dass die Kresse bis Freitag schon zu sprießen beginnt“, sagt Psczolla, „die Kinder können ihren Garten dann mit nach Hause nehmen“.

Mini-Kläranlage soll noch gebaut werden

Jetzt rüsten sich die Kinder für einen kleinen Spaziergang. Sie wollen ein paar Ameisen sammeln. Das könnten sie zwar auch am Jugendzentrum, aber ein bisschen Bewegung sollen sie auch in dieser Woche (nach der bewegungsreichen ersten Woche mit Inline-Hockey) haben. Die Ameisen kommen dann in ein Ameisenhabitat. Ein flaches Plexiglasbehältnis ist gefüllt mit einem Gel, in dem die Ameisen bis zu drei Monaten ausharren können. „Man kann darin beobachten wie die Ameisen leben und ihre Gänge bauen“, erklärt Psczolla.

Etliches steht noch auf dem Programm für diese lehrreiche Woche. Eine Mini-Kläranlage soll noch gebaut werden und eher theoretisch wird es bei der Erklärung vom Zustandekommen eines Gewitters. Auch wenn es regnet sollte, sind die Betreuer gerüstet, dann gibt es Geschichten, in denen das Wetter und die Umwelt eine Rolle spielen.

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