Restarbeiten nach der Kerb

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Zu ihrem 30. Geburtstag erhält die Mehrzweckhalle ein wesentlich verbessertes Innenleben und sie wird den Bestimmungen des Brandschutzes entsprechend saniert. Nach Kerb werden die Arbeiten weitergehen.

Groß-Zimmern (guf) ‐ Die Mehrzweckhalle feiert derzeit ihren 30. Geburtstag. Damit ist sie zwar nicht sehr alt, aber sanierungsbedürftig war sie dennoch. Legionellen waren im Wasser und insgesamt entprach der Bau nicht mehr den Sicherheitsvorschriften.

Im Haushalt stehen für diese Arbeiten 315 000 Euro zur Verfügung, Mehrkosten von rund 40 000 Euro wurden bereits beschlossen. Die Möglichkeit, eine grundlegende energetische Sanierung im Rahmen der Sozialen Stadt durchzuführen, lehnten die Gemeindevertreter jedoch mehrheitlich ab. Aus dem Bund-Länder-Programm hätte die Gemeinde 877 000 Euro erhalten. Abzüglich der im Haushalt bereits für diese Sanierung eingestellten Kosten hätte man noch rund 380 000 Euro aufbringen müssen.

„Zu viel“, fanden die meisten Parlamentarier angesichts des derzeitigen Haushaltsdefizits von 2,4 Millionen Euro. Vor Ferienbeginn wurde mit den Arbeiten begonnen, zur Kerb in zwei Wochen soll die Halle wieder genutzt werden können. „Die Arbeiten waren wesentlich umfangreicher als gedacht“, erklärt Bauamtsleiter Klaus Keller auf Anfrage des Lokal Anzeigers. Ein Grund hierfür: Vieles, was erneuert werden musste, wurde erst sichtbar, nachdem Decken und Wandverkleidungen abgehängt waren. Weder Kabel noch Türen oder Lüftungsanlagen entsprachen den aktuellen Vorschriften. In ihrem früheren Zustand stellte die Halle im Brandfall eine Gefahr dar und hätte nicht für Veranstaltungen mit großem Publikum genutzt werden dürfen.

Kilometerlange Kabelführungen wurden erforscht

Erschwerend bei den Sanierungsarbeiten kam hinzu, dass die alten Protokolle des Baus weder im Archiv des Rathauses noch im Landkreis auffindbar waren. So mussten kilometerlange Kabelführungen und Rohre zunächst erforscht und neu erfasst werden. Ebenfalls aus brandschutztechnischen Gründen wird derzeit der Garderobenbereich im Foyer komplett abgetrennt, auch die Küchenlüftung der Gaststätte musste erneuert werden.

Hier waren acht Firmen am Werk, teilweise vier gleichzeitig. Die einzelnen Arbeiten mussten alle aufeinander abgestimmt sein. Das ist ziemlich kompliziert“, beschreibt Keller. Die Zusammenarbeit auch mit dem Pächter habe sehr gut funktioniert. Problematisch sei es jedoch, wenn lange Lieferzeiten berücksichtigt werden müssten.

Die Wandhydranten weichen Feuerlöschern

Das Fenster zwischen Foyer und Gaststätte beispielsweise war aus Drahtglas. „Hier ist jedoch eine klassifizierte Verglasung erforderlich“, erklärt der zuständige Diplomingenieur Wolfgang Braun. Das in der Fachsprache als F 30 geführte Glas kann aber erst später geliefert werden. Eine Neuerung gibt es unter anderem wegen der Legionellen auch bei den Löschvorrichtungen. „Die Wandhydranten kommen weg“, erklärt Braun. Stattdessen werden künftig verstärkt Feuerlöscher ausgehängt, die Feuerwehr arbeite sowieso mit eigenem Wasser.

Sogar heute wird im Foyer eifrig gearbeitet, denn der Eingangsbereich und der Raum für die Betreuende Grundschule „Pfiffikus“ sollen am Montag sauber und fertig zur Nutzung sein. Anders sieht es in der Halle aus. Die sollte mit Schuljahresbeginn für den Schulsport geöffnet werden, aber „wir haben Meldungen rausgegeben, dass es nicht möglich ist“, so Keller. Fest steht jedoch, dass die Halle zur Kerb genutzt wird. Restarbeiten werden im September erledigt.

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