Infoveranstaltung mit Präsentation des Risiko-Managementplans

Schutz vor Hochwasser

+
So sah es 1995 beim Gersprenz-Hochwasser in Groß-Zimmern aus. Der Stadt Dieburg wird empfohlen, zum Schutz ihrer Infrastruktur die Wallanlagen entlang der Gersprenz und des Herrngrabens zu verstärken.

Dieburg - Zu einer Informationsveranstaltung über die Maßnahmen, die im Fall eines Gersprenz-Hochwassers ergriffen werden, hatte das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) in die Römerhalle eingeladen. Unter der Moderation von Manfred Bach vom RP präsentierte Dr. Von Matthias Grimm 

Stefan Wallisch von der BGS Wasserwirtschaft GmbH den neuen Risiko-Managementplan für die Gersprenz und stellte sich den Fragen von rund 40 betroffenen Bürgern. Neben den Vorträgen des Experten waren Gefahren- und Risikokarten sowie Broschüren ausgelegt, so dass sich die Besucher ein umfassendes Bild darüber machen konnten, inwieweit ihr Wohngebiet einem Hochwasserrisiko ausgesetzt ist und welche Maßnahmen zum Hochwasserschutz im Ernstfall ergriffen werden können.

Das Wort „können“ spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle, betonte Dr. Ing. Stefan Wallisch. Die Maßnahmen, die für den Hochwasserfall vom RP vorschlagen werden, sind so genannte „Angebotsplanungen“.

Entscheidung liegt am Eigentümer

Hierbei geht ist hauptsächlich um Maßnahmen zum Schutz von Objekten und Infrastruktur. Die Umsetzung der Vorschläge liegt dann in der Verantwortung der einzelnen Eigentümer oder der Kommunen. Beispiel: Liegt ein Haus im Hochwasser-Risikogebiet, könnte dem Eigentümer die Anbringung von U-Schienen an den Türen vorgeschlagen werden, damit diese durch Bretter im Ernstfall abgedichtet werden können. Der Eigentümer entscheidet dann, ob er die Maßnahme umsetzt, oder ob er mit dem Risiko leben kann.

In Groß-Zimmern ist etwa die Lebrechtstraße im Falle eines so genannten „zehnjährigen Hochwassers“ Risikogebiet, zwei Wohngebäude stünden in diesem Falle unter Wasser. Die Eigentümer dieser Gebäude werden nun über den Objektschutz informiert und beraten.

Hochwasserschutz basiert auf vier Säulen

Der Stadt Dieburg etwa wird empfohlen, zum Schutz ihrer Infrastruktur die Wallanlagen entlang der Gersprenz und des Herrngrabens zu verstärken. Und ebenso wie für die Häusle-Besitzer gilt auch hier: Die Umsetzung des Maßnahmenvorschlags liegt in der Verantwortung der Stadt und stellt keine Verpflichtung dar.

Der Hochwasserschutz basiert auf vier Säulen: Flächenvorsorge (etwa Sicherung von Retentionsräumen), natürlicher Wasserrückhalt (zum Beispiel Renaturierung von Bachläufen), technischer Hochwasserschutz (Rückhaltebecken) und Hochwasservorsorge (Optimierung von Alarm- und Einsatzplänen).

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare