Freiheitsstatue gibt sich die Ehre / Viktoria eröffnet Fastnachtsreigen

Rosa Tütü statt Trikot

Viktoria-Fußballer: Aus dem Trikot in die Tütüs gehüpft. Foto: Bernauer

Klein-Zimmern - Komplett hausgemacht war die Fastnachtssitzung der Viktoria Klein Zimmern am Samstag im Vereinsheim. Die Fußballer bestritten ihren närrischen Abend nur mit „Eigengewächsen“, und das zudem sehr gelungen. Von Ulrike Bernauer

Büttenreden gab es einige, aber auch zu Beginn und als krönenden Höhepunkt der Veranstaltung jeweils einen tollen Tanz.

Tränen lachten die zahlreichen Narren, die fast alle phantasievoll kostümiert gekommen waren, bei der Tanzdarbietung von fünf aktiven Fußballern. Die räkelten sich erst lasziv auf Stühlen, um sich dann vor allem zur Freude des weiblichen Publikums das Hemd vom Leibe zu reißen. Nach einem heißen Tabledance streiften sie auch noch die Jeans herunter, zum Vorschein kamen rosa Ballettröckchen, sogenannte Tütüs. Das Gelächter kannte keine Grenzen, als die fünf dann über die Bühne tänzelten, gar einen der ihren in „Sterbender-Schwan-Haltung“ über die Köpfen drehten. Klar, dass die Kerle nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen konnten.

Diesen Traumtanz hatte Martina Wiche mit den Fußballern einstudiert. Den weiblichen Tausendsassa konnte das närrische Volk auch noch in vielen anderen Funktionen bewundern.

Als blondes Dummchen mit hüftlangem Haar assistierte sie Zauberer Meinrad Wiedekind, der sich eine neue Assistentin wünschte, dem es aber trotz aller Bemühungen nicht gelang, seinen Schatten weg zu zaubern.

„M und M“ nannten sich die beiden, zuckersüß waren sie fast wie die kleinen Schokotaler.

Meinrad brillierte als schnellster Viktoria-Verkleidungskünstler, Wolfgang Petri, die Spider Murphy Gang oder Udo Jürgens persiflierte er. Als besonderen Gag brachte er zu „Ich war noch niemals in New York“ eine leibhaftige Freiheitsstatue mit auf die Bühne. Aber auch als Thomas Gottschalk mit Assistentin Michelle Hunziger überzeugte Meinrad.

Eröffnet hatten die Sitzung die Dance Queens, die für ihren Kinderbauchtanz viel Applaus bekamen. So manchen Mann im Publikum brachte Gabriele Sauerwein gegen sich auf, obwohl sie sich ganz ausdrücklich für Männerrechte aussprach. „Vom Wurf bis zur Bahre, ist es ganz klar, bei Männern handelt es sich um Ausschusswar’.“ Die Büttenrednerin forderte Taschengeld oder das „Recht auf Spülen“ für die Männer, um die bedauernswerten Geschöpfe endlich aus der Kneipe zu holen, wo sie nur vor sich hinvegetieren.

In den Süden entführten Martina Wiche und Sabine Hövelmann das Publikum - leider fand sich kein Bikinimädchen zum Eincremen.

Ganz andere Sorgen hatte Marcel Roßkopf als Rechtsanwalt. Aus der Praxis eines Volljuristen plauderte er gut informiert. Als Frauenversteher kam Ludwig Sauerwein auf die Bühne und entzückte die Damen im Publikum durch seinen athletischen Oberkörper, solange er seinen Bauch einzog.

Zum großen Finale kamen alle Akteure noch einmal auf die Bühne, aber die Feier war noch lange nicht zu Ende.

So mancher Fastnachter, durch das Programm ordentlich in Partylaune gebracht, drehte jetzt erst so richtig auf.

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