Die Rote Marie ist da

Ein freundliches Lächeln und dann runter zu den Kerbborschte. Elegant stieg die Rote Marie die Leiter hinunter. Foto: Wejwoda

Groß-Zimmern (wd) - „Ich houl jetzt die goldisch Krott zum Fenster eraus, un muss soue sie sieht doch fantastsisch aus“, jubelte Mundschenk Tobias Beysel.

Gemeinsam mit Kerbvadder Lukas Senk und den Kerbborschten des Jahrgangs 1991/92 holte er am Sonntag Kerbmädchen Marie Weyand aus dem Kulturzentrum Glöckelchen ab.

Tatsächlich war die 20-Jährige in dem von Ingrid Pasewald für das Fest eigens geschneiderten roten Kleid eine Augenweide.

Vor zwei Monaten erfuhr die sportliche junge Frau, die früher wie ihre Mutter beim TGC war und derzeit beim Reit- und Fahrverein Groß-Zimmern aktiv ist, dass sie die Auserwählte sein soll, und sie sagte sofort zu.

Fotostrecke rund um die Rote Marie

Bunt-kreativer Kerbumzug

Es war dann nur noch ein kleines Problem zu lösen. Da es bei ihren Eltern kein passendes Fenster gibt, dem die Kerbbraut 2011 hätte entsteigen können, wurde das Glöckelchen als Alternative gewählt. Das bietet zudem eine wunderschöne Kulisse.

Dorthin waren dann auch wieder zahlreiche Menschen gekommen, und die feierten schon vor der Zeremonie des Abholens zu den Klängen der Zimmerner Kerb-Dixie-Stombers, die nunmehr schon seit dreißig Jahren bei der Zimmerner Kerb dabei sind.

Nachdem die Borschte ihre rote Marie über die Leiter nach unten geleitet und glücklich in Empfang genommen hatten, ging es bei kühlem aber trockenem Wetter los zum Kerbumzug durch die Straßen von Groß-Zimmern.

„Bobbe“ Isabelle trinkt Hefe hell

Die jüngsten Kerbteilnehmer stecken bereits in den Farben.

(ula) - „Isabelle trinkt Hefe hell, isst Erbsen und gelbe Rüben von Bonduell und kommt aus der Hell!“, schrien die rot-weißen Kerbborschte am Samstag so laut, dass die zahlreich versammelten Menschen bei der Abholung der „Kerbbobbe“ kaum etwas verstehen konnten. Zuvor hatten die Männer ihre Puppe dem vier Meter großen Sensemann entrissen, der Isabell vom Eingang zum Hades in Dieburg heranschleppte. Leicht war er nicht zur Hergabe zu bewegen. Angefangen vom kleinen Rasenmäher bis hin zum schweren Geschütz, einem Mähdrescher, zeigten ihm die Kerbborschte mehrerer Jahrgänge, dass sie „zusammenhalten wie Pech und Schwefel.“ So war Kerbbobb Isabelle bald fest im Griff der Rot-Weißen.

Danach wurde die Symbolvolle Puppe feierlich via Fackelzug zum Roten Platz am Rathaus getragen – eine Menschenmenge im Schlepptau.

Das Kerbprogramm war facettenreich und bot für alle Generationen etwas. Isabelle wurde dabei stets mit Argusaugen bewacht, um „feindlichen Bobbenklau“ anderer Jahrgänge zu verhindern.

Angesichts dieser Feier hatte auch der Wettergott ein Einsehen. Nach dem Gewitter am Freitag gab es eine trockene, wenn auch kühle, sternenklare Nacht. Mehr zu den Feiern und zum Kerbumzug auf den Seiten drei und vier.

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