„Stunde der Gartenvögel“

Rotmilan, Bachstelze & Co.

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Gemeinsam macht das Vogelbeobachten mehr Spaß. An der Waldschule trafen sich NABU-Mitglieder, um in der „Stunde der Gartenvögel“ nach verschiedenen Arten von Piepmätzen Ausschau zu halten. Einen fetten Wurm hatte diese Kohlmeise für ihren Nachwuchs im Nistkasten mitgebracht.

Groß-Zimmern - Sie sind immer da, doch wir nehmen sie viel zu selten wahr: Gartenvögel. Die „Stunde der Gartenvögel“ will den Blick auf die gefiederten Freunde lenken.

„Am Muttertag Vögel beobachten“ appelliert der Naturschutzbund (NABU) an die Bürger bundesweit. Jeder Vogel- und Naturfreund sollte sich an diesem zweiten Sonntag im Mai eine Stunde lang die Zeit nehmen, einmal die Vögel zu beobachten. Man muss sich gar nicht weit von zu Hause fortbewegen, die Vögel im Garten oder vom Balkon aus zu zählen, reicht durchaus. Auch in Zimmern werden Vögel gezählt.

Neben so manchem Vogelliebhaber, der auf der Terrasse Platz nimmt, hat der NABU ganz traditionell seine Mitglieder an die Waldschule eingeladen, um dort gemeinsam zu zählen. Es gilt nicht nur der Vogel, den die Beobachter sehen, sondern auch die Vögel, die nur über ihren Gesang zu identifizieren sind. Die ersten Vögel können die NABU-Mitglieder schon im Gebäude sehen. Einer der Nistkästen, die an der Waldschule angebracht sind, ist mit einer Kamera im Inneren bestückt. Oft hatte hier in den vergangenen Jahren ein Kleiber seinen Nachwuchs groß gezogen, in diesem Jahr haben Kohlmeisen die praktische Kinderstube in Beschlag genommen. Acht Küken ziehen sie gerade groß. Die Eltern kann man dann auch draußen beobachten, wie sie den Nistkasten mit so manchem fetten Wurm anfliegen, um ihre hungrigen Jungen satt zu bekommen.

Draußen auf dem Freigelände der Waldschule kann man mehr Vögel zu Gesicht bekommen. Nach einer Stunde haben die Vogelfreunde 18 verschiedene Arten gesichtet oder gehört. Dabei waren typische Waldbewohner wie der Buchfink, die Blaumeise, der Eichelhäher oder der Mäusebussard, aber auch Vögel, die sich lieber im Garten aufhalten, wie die Amsel, das Rotkehlchen oder der Hausrotschwanz. Aber auch eine Bachstelze verirrte sich an die Waldschule.

Die Sichtungen tragen die Nabu-Mitglieder im Internet ein, aufgrund der Beobachtungen über jetzt schon etliche Jahre können die Naturschützer besser einschätzen, welche Arten entweder deutschlandweit oder auch in bestimmten Gebieten im Aufwind oder auf dem absteigenden Ast sind.

Schon am Samstag in der Woche davor war Dr. Lothar Jakob, Kreisvorsitzender des NABU Darmstadt-Dieburg in Sachen Vögel unterwegs. Beim „Birdrace“ begeben sich Teams per Fahrrad oder Auto durch ihre nähere Umgebung, um an verschiedenen Standorten Vögel zu zählen. Jakob war mit seinen Kollegen unter anderem am Reinheimer Teich, den Hergershäuser Wiesen, den Babenhäuser Kiesgruben und dem Messeler Hügelland unterwegs. Auf ihren Listen haben sie am Schluss 119 Arten verzeichnet.

In ganz Hessen wurden von allen teilnehmenden Teams, 17 an der Zahl, 185 Arten beobachtet. Zu den Arten, die alle Teams in Hessen zu Gesicht oder Gehör bekamen gehörten die Amsel, der Eichelhäher oder die Elster, aber auch der Star oder der Hausperling. Zu den ganz seltenen Arten zählten dagegen beispielsweise die Nebelkrähe, der Tannenhäher oder der Rotkehlpieper. (bea)

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