Ruheständler sprechen über Patientenverfügung

Ende nach dem eigenen Willen

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Hans Dieter Zepf (links) im Gespräch mit Groß-Zimmerns Pfarrer Michael Merbitz-Zahadnik.

Groß-Zimmern - „Ich habe als Christ zwar keine Angst vor dem Tod, vor dem Sterben allerdings schon“, gibt Hans Dieter Zepf zu. Von Corinna Hiss 

Der pensionierte Pfarrer, der zuletzt in Nauheim tätig war, aber auch schon des Öfteren in Groß-Zimmern Gottesdienste abgehalten hat, war der Einladung der Ruheständler gefolgt, um über ein ernstes Thema zu referieren.

Fröhlich ging es im evangelischen Gemeindehaus dennoch zu, als der 73-Jährige den anwesenden Männern von seinen Erfahrungen mit der Endlichkeit des Lebens erzählte und besonders auf die Wichtigkeit von Patientenverfügungen einging.

Zepf selbst erlebte bereits als Kind den Verlust seines geliebten Onkel Böhms aus der Nachbarschaft und weiß: „Der Umgang mit dem Tod entscheidet darüber, wie wir mit dem Leben umgehen.“ Als Gegner all derjenigen, die das Sterben in die Krankenhäuser und Altersheime verbannen, appellierte der Pfarrer immer wieder daran, sich mit dem eigenen Ende frühzeitig auseinanderzusetzen.

Patientenverfügung ist Kommunikationsmittel

Hirntod, Sterbehilfe, Palliativmedizin – all diesen oftmals verwirrenden Begriffen gab er einen Namen. Konkret wurde es für die Ruheständler dann, als Zepf jedem die juristisch korrekte Patientenverfügung von Wolfgang Putz aushändigte, die in seinen Augen „die beste“ ist. „Die Patientenverfügung dient als Kommunikationsmittel zwischen Arzt und Patient, auch wenn Letzterer zu dem Zeitpunkt, wo sie nötig ist, nicht mehr ansprechbar ist“, erklärte er. Für Angehörige hieße das: Der Wille des Patienten ist verbindlich anzusehen, auch wenn er ihnen noch so unverständlich erscheint. Anders als bei der vorherrschenden Meinung der Kirche, lehnte Zepf die Sterbehilfe nicht grundsätzlich ab. „Wenn der Tod unmittelbar bevorsteht und nur durch lebensverlängernde Maßnahmen hinausgezögert wird, dann möchte ich keine Magensonde“, sagte er.

Nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand

Neben den Vorteilen der Patientenverfügung ermutigte Zepf die Männerrunde, über den eigenen Willen nachzudenken und spendete zudem Trost mit den Zeilen aus einem alten Kirchenlied: „Du kannst nicht tiefer fallen, als nur in Gottes Hand.“

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