Wahl in Groß-Zimmern

Rund 1850 nutzen die Briefwahl

Groß-Zimmern - Bei den Wahlen zum Hessischen Landtag und zum Deutschen Bundestag am morgigen Sonntag sind alle deutschen Staatsbürger stimmberechtigt, die das 18. Lebensjahr vollendet und seit mindestens drei Monaten ihren Wohnsitz in Hessen haben. Von Gudrun Fritsch

In Groß-Zimmern waren dies 19. September für die Landtagswahl 9 792, für die Bundestagswahl 9 755 Personen.

Insgesamt sind rund 155 mehr Frauen als Männer zur Urne gebeten. Jünger als 24 Jahre und damit potenzielle Erstwähler sind 1007 Personen, darunter 15 mehr Männer als Frauen. Der Unterschied von 37 zwischen den Wahlberechtigten auf Landes- und Bundesebene ergebe sich einerseits daraus, dass einige im Ausland lebende Deutsche auf Antrag wählen dürfen, jedoch nur für die Bundestagswahl. Zum anderen seien Personen, die erst kürzlich aus einem anderen Bundesland zugezogen sind, in Hessen nicht stimmberechtige, erklärt Wahlleiter Stefan Herbert.

Besonders hoch ist diesmal nicht nur in Zimmern das Interesse an der Briefwahl. Bis Donnerstag waren auf bundesebene 1 848 und auf landesebene 1 838 Unterlagen ausgestellt. Noch bis Freitag, 18 Uhr, konnten diese persönlich im Rathaus abgeholt werden. Möglich ist dies auch heute von 9 bis 12 Uhr. Am morgigen Sonntag können für plötzlich Erkrankte Personen mit Vollmacht bis 15 Uhr Wahlunterlagen holen und dann abgenben oder einwerfen. Bei der Bundestagswahl 2009 gab es 1 406 tatsächliche Rückläufer (nicht alle ausgestelltenAnträge entsprechen gültigen Stimmen), bei der Landtagswahl 2009 waren es 984 Rückläufer.

Seit Mitte August wurden die Mitglieder in den Wahlvorstand berufen. Je Bezirk sind es acht Personen (64), für die zwei Briefwahlbezirke habe man die Zahl von sechs auf acht erhöht (16), da von Anfang an deutlich war, dass mehr Zimmerner von der Briefwahlen Gebrauch machen würden. Am Mittwoch gab es für sie eine Schulung im Rathaus. Es seien überwiegend „Wiederholungstäter“, so Herbert. Für die Schriftführer gab es am Donnerstag weitere Erläuterungen.

Der Wahlvorstand (Vorsteher, Stellvertreter und zwei Beisitzer) bleibt im Bezirk, bis die Ergebnisse stehen. Vier Personen sind schichtweise von 8 bis 13 Uhr und von 13 bis 18 Uhr im Einsatz. Die Helfer werden am Sonntag verpflegt und jeder erhält 21 Euro Erfrischungsgeld. Ersatzkandidaten gibt es nicht. „Bei plötzlicher Erkrankung ist der Vorstand berechtigt, Wähler zu verpflichten“, erklärt Herbert. Es ist eine Bürgerpflicht.

Gezählt wird ab 18 Uhr, erst die Bundestags, dann die Landtagswahl. Es gibt keine Präsentation im Rathaus wie bei Kommunal- oder Bürgermeisterwahlen. Die Ergebnisse werden an die statistischen Ämter weitergeleitet.

Nach einer Stunde könnten erste Zahlen stehen, schätzt Herbert optimistisch. Wann ausgezählt sein wird, ist schwer vorher zu sagen. Besonders bei der Briefwahl ist viel manueller Aufwand erforderlich, da drei Umschläge geöffnet werden müssen. Lediglich die roten Couverts dürfen vor 18 Uhr geöffnet werden, um die Zulassung zu prüfen.

Die Wahlniederschriften mit den Anlagen werden dann am Montag und Dienstag persönlich überbracht.

Rubriklistenbild: © dpa

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