Chorus Line feiert unvergesslichen Geburtstag in der Mehrzweckhalle

Rundum gelungene Show

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Tolle Gala zum Geburtstag: Chorus Line entfachte zum 20-Jährigen eine fulminante Geburtstagsshow.

Gross-Zimmern - Vor über zwei Jahrzehnten breitete sich aus dem beschaulichen Roßdorf eine Revolution aus: Detlef Bergmann hob den bundesweit ersten modernen Chor aus der Taufe und war kurze Zeit später Impulsgeber für ein weiteres Ensemble.

Es war die Geburtsstunde von Chorus Line, dem modernen Ableger der Chorgemeinschaft Groß-Zimmern. Am Wochenende feierte das rund 50-köpfige Ensemble seinen 20. Geburtstag. Den besondere Jubiläum wollten viele Zimmerner mit den Sängern feiern. Zu den Musikshows an zwei Abenden strömten gut 1 400 Fans in die Mehrzweckhalle.

Wie es oft so ist bei Geburtstagskindern: Wer eine Party schmeißt, hat viel Arbeit. „Seit Anfang des Jahres wurde geplant, organisiert, gebaut und natürlich sehr viel geprobt“, so Michael Ganß, Vorsitzender der Chorgemeinschaft und einer von 13 Sängern, die zur Premiere der Geburtstagsshow „Die Mischung macht‘s“ mit auf der Bühne stand. Der Aufwand in der Mehrzweckhalle hätte kaum größer sein können. Bühnenbau, professionelle Licht- und Tontechnik, ja sogar Vorrichtungen für Pyrotechnik-Effekte und eine Sekt-Lounge machte die schlichte Halle zum Showtheater.

Um dem Ensemble, dass gesanglich in mehreren musikalische Jahrzehnten, Musikstilen und -trends unterwegs war, ausreichend „Kulisse“ zu bieten, wurden die Zuschauerränge nebst Empore als Backstagebereich verkleidet. Hier tauschten 50 Interpreten in Windeseile Kostüme und Abendgarderobe – ein sichtbares Zeichen, wo die musikalische Reise an diesem Abend hinführen sollte. „Die Mischung macht´s, der Name ist Programm“, gab Chorsprecherin Elvira Schmidinger die Marschroute vor.

Atemberaubend: Anna Schmidinger als Eiskönigin.

Pop, deutsche Schlager, Gospel, Evergreens aus der Welt des Musicals, Balladen und Rockssongs wurden gesungen und performed. „Du hast in all den Jahren rund 250 Arrangements für unseren Chor, die Solisten und das Ensemble geschrieben“, gab Ulrich Braun, Sänger und Solist, einen Eindruck vom umfangreichen Spektrum des Chors und der Leistung Detlef Bergmanns. Er hält „seinem Chor“ als musikalischer Leiter und Dirigent bis heute die Treue und moderierte mit weltmännischem Laissez-faire und dem Berliner Dialekt, den er auch nach Jahrzehnten „in der Fremde“ nicht abzulegen vermag. „Aus dem musikalischen Niedmandsland haben wir erste kleine Auftritte bekommen“, erinnerte Bergmann an die ersten Jahre von Chorus Line. Mit Soul-, Gospel- und Popsongs begeisterte man, „der Projektchor wurde zur Erfolgsstory“, so der Mitbegründer und damalige Vereinsvorsitzende Achim Grimm.

Von der Bühne erklang „Blame it in the boogie“, die Les Humphries-Lieder feierten ein Comeback, auch die Toten Hosen erhielten Spielraum im Programm. Auf den Leib geschneidert war Dirk „Hasi“ Heimburger der Erfolshit „Kalinka“ mit dem einst Ivan Rebroff die Fraunherzen im Sturm erobert. Als Eiskönigin glänzte auch Anna Schmidinger in ihrer Solorolle. Und, vollständiger Szenenwechsel, als Dagmar Seipel-Baumgärtner (Magenta) und Martin Enke (Riff Raff) die Bühne in einer Rocky Horror-Show umwandeln und das Ensemble den Time Warp tanzt. Mit „Amadeus“ ließ man auch den Bereich Klassik nicht außer Acht, die kleine Nachtmusik und die Evita-Hymne „Don´t cry for me Argentina“, in der Bettina Schulmeister als Solistin zu erleben war, begeisterten die Zuschauer.

Bilder: Kürbismarkt in Groß-Zimmern

Neben einem hervorragenden Chor mit schier unerschöpflichem Repertoire (Grimm: „einer der namenhaftesten Chöre in Südhessen“), bietet Chorus Line gleich etliche starke Solisten auf. Maria Campitelli, Sascha Löffler, Janine Knierieme, Mona Poth, Miriam Heimburger, Karin Amend-Raab, ja selbst Detlef Bergmann („I write the songs“) waren in einer tollen Musikshow zu erleben. Ob ob Gänze oder als Backgroundchor, Chorus Line strahlte in einer rundum gelungenen Geburtstagsshow von der Bühne. Im Anschluss an die Premiere durften auch die Aktiven durchschnaufen, denn der Abend mündete in einer After-Show-Party, wo diesmal ein DJ für die Musik sorgte. (zah)

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