Besonderer Stellenwert des russischen Soldatenfriedhofs

Gärten der Erinnerung

+
Je nach Zustand des Grabsteins gibt es grüne oder gelbe Aufkleber, die Angehörige auffordern, tätig zu werden.

Groß-Zimmern - Seit Januar 2013 erarbeiten über 30 Ehrenamtliche aus acht Kommunen, darunter auch Groß- und Klein-Zimmern, Materialien für die Friedhofsroute im Landkreis Darmstadt-Dieburg unter dem Titel „Gärten der Erinnerung“.  Von Gudrun Fritsch 

Am Samstag, 22.November, wird das Projekt in Schaafheim eröffnet. „Wir haben uns entschieden, mit den beiden örtlichen und dem russischen Soldatenfriedhof in Klein-Zimmern teilzunehmen“, berichtet Bürgermeister Achim Grimm. Entsprechende Hinweistafeln sollen dann an den Friedhofseingängen angebracht werden.

Bei dem Projekte kommt es auf drei Aspekte an: die Erinnerungskultur wird durch die Geschichte und Geschichten der einzelnen Friedhöfe und Grabstellen gefördert. Der „Denk-Mal“-Schutz spielt also eine große Rolle und lenkt den Blick auf Dinge, die bewahrt werden sollen. Der Gedanke des Tourismus hilft, die Schönheit der Anlagen wahrzunehmen. Zum Dritten kann die Route zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben sowie der Ehrfurcht und Würde des Lebens an diesem Ort beitragen. Finanziert wird das Projekt durch Mittel des evangelischen Dekanats und durch Fundraising. Start für die „Gärten der Erinnerung“ im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist am Totensonntag (22.) um 11 Uhr die Friedhofshalle in Schaafheim mit Landrat Klaus Peter Schellhaas und Dekan Joachim Meyer.

Auch andere Kommunen beteiligt

Beteiligt sind die Gemeinden Babenhausen, Brandau, Dieburg, Groß-Bieberau, Groß- und Klein-Umstadt, Mühltal, Ober-Ramstadt, Rohrbach, Habitzheim, Hering, Lengfeld, Nieder-Klingen, Ober-Klingen und Ueberau. Auch die jüdischen Friedhöfe in Babenhausen, Groß-Bieberau und Dieburg sind dabei. Besonderen Stellenwert haben die Ehrenfriedhöfe und die russischen Soldatenfriedhöfe in Brandau und Klein-Zimmern. Das evangelische Dekanat ist Trägerin des Projekts, das in Kooperation mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Regionalmanagement im Landkreis Darmstadt-Dieburg entstanden ist. Viele Ehrenamtliche aus den Gemeinden haben sich beteiligt.

Erledigt sei bereits eine Anfrage, die die Klein-Zimmerner unabhängige Liste (KuL) jetzt bezüglich der Grabsteinprüfung auf den Friedhöfen in Groß- und Klein-Zimmern gestellt hat. „Diese Frage habe ich bereits bei der letzten Gemeindevertretersitzung beantwortet“, meint Grimm. In diesem Jahr habe es zwei Prüfungen gegeben. Auf dem Groß-Zimmerner Friedhof wurden 1682 und in Klein-Zimmern 285 Grabsteine auf ihre Standfestigkeit hin getestet. Bei 30 und entsprechend vier Steinen wurden gelbe oder grüne Aufkleber mit Hinweisen und Fristen für die Nutzungsberechtigten angebracht. „Dazu sind wir verpflichtet“, so der Bürgermeister. Der Einsatz der beauftragten Sachfirma habe 1 591 Euro gekostet, was als Aufgabe der Gemeinde auch von dieser bezahlt wurde.

Kommentare