Säuberung von 101 Vogelnestern

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Der NABU veranstaltete eine Nistkastenreinigungsaktion im Groß-Zimmerner Wald.

Groß-Zimmern - (bea) Gelbe Gummihandschuhe verteilt Herbert Pietsch an die Teilnehmer der Nistkastenreinigungsaktion. „Manchmal haben sich Mäuse in den Kästen angesiedelt“, erklärt der Nabu-Vorsitzende Dr. Lothar Jacob, „die können unter Umständen Infektionen übertragen“.

Mäuse fanden die Naturschützer zwar nicht, dafür aber viele Nestüberreste unterschiedlicher Vogelarten.

Nur die Höhlenbrüter ziehen ihren Nachwuchs in Nistkästen groß, der Buchfink, der Zilp-Zalp oder das Rotkehlchen brüten lieber in Nestern, die sie in Hecken bauen. Folgerichtig finden die Saubermacher in 48 der Kästen Nestüberreste, die auf Kohlmeisen schließen lassen. In neun Behausungen hat der Kleiber gebrütet, zwei haben sich Blaumeisen und vier Trauerfliegenschnäpper als Heimstatt ausgesucht.

Manche der Kästen sind im vergangenen Jahr leer geblieben, in anderen finden die Naturschützer Nestüberreste, die sich nicht mehr einer bestimmten Vogelart zuordnen lassen.

101 Nistkästen hängen inzwischen im Groß-Zimmerner Wald, die einer jährlichen Reinigung bedürfen. Traditionell erledigt diese Arbeit der Nabu zusammen mit den Pfadfindern, von denen sich in diesem Jahr acht Mitglieder an der Waldschule einfanden.

Scout Felix Roos erklimmt als erster die Leiter und hängt den Nistkasten ab, der an der Waldschule angebracht ist. Sein Kollege Clemens Wörtche holt ganz vorsichtig ein Nest heraus. Das Wohnzimmer des Grauschnäppers ist vollkommen heil und der Nabu-Vorsitzende Jacob rettet es sogleich als Ausstellungsobjekt für das Waldschulenmuseum. Dann bilden sich drei Gruppen, ausgerüstet mit Leitern, Handschuhen, Zangen und Spachteln gehen sie eine vorher festgelegte Route ab. Heute sollen alle Nistkästen nicht nur gereinigt, sondern auch nummeriert werden. Ein Hornissennest taucht noch in einem Nistkasten auf, das auch seinen Platz im Naturmuseum finden wird.

Froh sind die Naturschützer, als sie nach drei Stunden im Dauerregen fertig sind und in der Waldschule ins Trockene gehen können.

Nicht nur die Jacken müssen getrocknet werden, sondern vor allem die Listen, auf denen die Kästen samt ihrer Bewohner verzeichnet sind. Jedes Jahr gibt es eine Dokumentation über die vorgefundenen Vogelarten.

Das ermöglicht festzustellen, ob die Zimmerner Vogelwelt in ihrer Artenzusammensetzung gleich bleibt oder ob sich auch hier im Zuge des Klimawandels Änderungen ergeben.

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